Das Kollektivcafé Kurbad über Wasser halten

Unsere Alternative heißt Solidarität - und wir haben auch keine andere.

Motiviert durch eure vielen lieben Mails, die uns seit der Bekanntgabe unserer vorübergehenden Schließung erreicht haben (DANKE DANKE DANKE!), trauen wir uns nach etwas zu fragen, was gerade für viele Menschen knapp wird und für viele schon vorher knapp war: Geld.

Für uns, das Kollektivcafé Kurbad , kommt gerade einiges zusammen:

1. Eine lange Winterpause ist zu Ende. Wir sind ein Saisongeschäft, d.h. wir leben vor allem von Gästen auf unserer schönen Terrasse. Wir machen im Winter zu, weil die Einnahmen die laufenden Kosten dann nicht decken. Das klappt meistens gerade so. Dieses Jahr mussten wir ein paar Direktkredite aufnehmen, um wieder aufmachen zu können - und jetzt müssen wir direkt wieder schließen.

2. Ihr ahnt es: Corona. Zwei Tage hatten wir mit viel Unsicherheit und schlechtem Gewissen offen. Jetzt haben wir uns entschieden, wieder zu schließen. Cafés sind – machen wir uns nichts vor – Virenschleudern. Unser Café ist ein Ort des Zusammenkommen und des Austausches. Wir können und wollen niemandem verbieten, sich nahe zu sein und sich solidarisch zu verbünden. Einen solchen Ort zu schaffen, heißt für uns aber auch, Verantwortung dafür zu übernehmen, was dort passiert. Und in einer Zeit, in der große Menschenmengen eine Gefahr für eigene und andere Leben bedeutet, können wir es nicht mit uns vereinbaren, unser Café weiter offen zu halten.

3. Am 2. Mai werden wir fünf Jahre alt. Wir hatten uns sehr darauf gefreut, mit euch unseren 5. Geburtstag zu feiern. Mit all den Menschen, die uns die ganze Zeit begleitet und unterstützt haben, unsere Gäste waren, ausgeholfen haben, uns politisch supportet haben oder oder oder. Das wird wohl dieses Jahr nichts.

Einen Weg aus der Krise gibt es nur gemeinsam. Während alle möglichen Politiker*innen dieser Tage von Solidarität reden, obwohl sie sonst und weiterhin mit unsolidarischem Handeln glänzen (siehe z.B. die Situation an den europäischen Außengrenzen), versuchen wir uns täglich darin, scheitern immer mal wieder, probieren Neues und stolpern. Ein wichtiger Teil unserer kollektiven Praxis sind unsere Gäste, z.B. durch den Solitopf zeigt ihr euch untereinander schon immer solidarisch. Ihr braucht uns und wir brauchen euch! Jetzt gerade mehr denn je. Und dass, obwohl wir wissen, das es viele Menschen noch härter trifft als uns.

46282852_1584628039143234_r.jpegDennoch fragen wir jetzt nach eurem Geld, weil wir diesen Ort lieben, weil wir glauben, Kassel braucht einen alternativen Ort des Zusammenkommens, einen Ort, an dem sich auch ohne Konsumzwang aufgehalten werden kann, einen Ort des Austausches und der Entschleunigung. Wir sind ein wichtiger Ort für politische Veranstaltungen und Austausch, Orte von denen es in Kassel sowieso viel zu wenige gibt. Auch wenn es eigentlich keine Beweise dafür mehr brauchte, es zeigt sich jetzt deutlicher denn je: Kapitalismus funktioniert einfach nicht. Deswegen ist es auch nach den nachvollziehbaren und wichtigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wichtiger denn je, Alternativen aufzuzeigen. Unser Café ist eine davon.

#physicaldistancing statt #socialdistancing ist das Motto. Deswegen:

Spendet so viel ihr könnt und wollt. Wenn ihr wollt schreibt dazu, wofür ihr das Geld geben wollt.

Wie viele Cappuccinos hättest du in einem Monat bei uns gekauft? Wie viele Weißweinschorlen in der Abendsonne getrunken? Wie viele leckeren Kuchen mit deinen Freund*innen geteilt? Wie viele Flutschfinger hätten deine Kinder oder Enkel gegessen?

46282852_1584628312536444_r.jpegAls Orientierung geben wir euch noch einen Überblick über unsere monatlichen Fixkosten:

200 € Miete (danke an unsere Vermieter*innen für die Mietsenkung!)
420 € Betriebskosten
50 € Telefon und Internet
150 € Buchhaltungskosten
320 € Arbeitgeberanteil für sozialversicherungspflichtig Angestellte
140 € Versicherung fürs Café
30 € Kontoführungsgebühren
--> Gesamtsumme: 1310€

Du kannst dich auch an den Lohnausfällen orientieren, die für einige von uns existenzbedrohend sein könnten, wenn wir nicht ein Kollektiv wären: Wir zahlen uns 9,50 € Stundenlohn unter der Woche und 11 € am Wochenende und an Feiertagen. In normalen Monaten haben wir ca. 3000 € Personalkosten.

Oder du willst dich an den Gewinnen der Monate März und April 2019 orientieren? Das waren zusammen 4.600 €.

Kurz gesagt: Gerade halten wir uns auf Pump über dem Fuldawasser und brauchen eure Unterstützung, um wieder auf einen sicheren Kurs zu kommen. Wir freuen uns über große und kleine Summen, über 1€ pro Monat oder 20€ auf einmal.

Wenn ihr eigentlich nichts übrig habt und uns trotzdem unterstützen wollt, dann schreibt uns. Kauft euch schon jetzt die Latte Macchiatos, die ihr später trinkt. Einen Gutschein mit zehn Freigetränken gibt es auf Nachfrage für 35 €.

Solidarität ist eine Waffe. Vielen Dank an euch schon jetzt! Für mehr Kollektive und weniger Kapitalismus!

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  • Katharina Marchi 
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    • 2 d
  • Anonymous 
    • €10 
    • 3 d
  • Anonymous 
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    • 3 d
  • Daria Michel 
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  • Lühmann Heike 
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