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Bambus für Mamanwa
Um der Gemeinschaft in Mamanwa einen Raum des Zusammenkommens zu schaffen, der nicht nur vielfältige Möglichkeiten eröffnet, sondern auch als Ausgangspunkt für zahlreiche weitere Entwicklungen dient, hat die Hochschule Kaiserslautern ein vereintes Projekt initiiert.
Wir sind eine Gruppe aus Studierenden und Professor*innen der Studiengänge Architektur, Innenarchitektur und Bauingenieurwesen der Hochschule Kaiserslautern, die gemeinsam mit der indigenen Bevölkerung aus Mamanwa dieses Projekt Realität werden lässt. Mit Unterstützung des gemeinnützigen Vereins für humanitäre Hilfe Fruit-Tree e.V. wollen wir für die Mamanwa ein Gemeinschaftszentrum errichten.
Die Mamanwa sind einer der ältesten indigenen Stämme in den Philippinen. Ihre Heimat liegt im Norden der Insel Mindanao. Mamanwa bedeutet „erste Waldbewohner“ und beschreibt gut, wie naturverbunden und friedliebend das Volk bis heute lebt: die Wälder, die ihnen Lebensgrundlagen bieten, werden von ihnen nachhaltig geschützt und gepflegt.
Mit dem Ziel ein Community Center aufzubauen, haben wir ein ambitioniertes Projekt gestartet, das nicht nur unsere fachlichen Fähigkeiten herausfordert, sondern auch eine tiefgreifende positive Veränderung in der traditionellen Gemeinschaft der Mamanwa bewirken wird.
Unser Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit den Angehörigen des Mamanwa-Stammes, ein Gemeinschaftszentrum aus nachhaltigem Bambus zu gründen. Die Planung dafür ist voll im Gange. Vom Ursprungsgedanken bis zur finalen Fertigstellung werden wir alle Schritte eigens umsetzen.
Studiengangsübergreifend arbeiten wir seit der ersten Idee zusammen. Anfangs haben wir uns gegenseitig unsere Vorstellungen präsentiert und einen geeigneten Entwurf gewählt, bei dem wir aktuell die letzten Details ausarbeiten. In unserer Gruppe wurden dazu einige Pläne erstellt, Modelle gebaut, rund um Bambus als Baustoff recherchiert. Auch haben wir Tests durchgeführt, die auch erste kleinere Bauten umfassten, um eine geeignete Technik zur Verbindung der Bambusstämme festzulegen. In Workshops haben wir uns mit den einzelnen Elementen befasst, die während des Baus auf uns zukommen werden und uns auf mögliche Schwierigkeiten vorbereitet. Verschiedene Flechtmethoden für die Fassade wurden ausprobiert und getestet, die nötigen Handgriffe für den Zusammenbau der Wände wurden geübt und Vorbereitungen für einen effizienten Bau vor Ort wurden getroffen.
Bei den Vorbereitungen haben wir uns daran orientiert ein Zentrum für die Eingeborenen der Gemeinschaft zu schaffen, das nicht nur als ein Treffpunkt für die Community dienen, sondern auch Veranstaltungen ermöglichen, einen Raum für Bildung sowie einen Aufenthaltsort für Schüler*innen nach der Schule schaffen soll. Ebenso soll das Zentrum die Möglichkeit bieten, einer medizinische Versorgung den notwendigen Rahmen zu geben. Der Ort soll Zusammenhalt, Bildung, das alltägliche Miteinander und Nachhaltigkeit fördern und kann zudem auch als Marktplatz eine Möglichkeit bieten, den Lebensunterhalt der Stammesangehörigen zu sichern. Wir haben viel Wert darauf gelegt, dass der Community Center den Bedürfnissen der Ureinwohner gerecht wird. Gleichzeitig soll der Bau sowohl ökologisch nachhaltig als auch für das taifun- und erdbebengefährdeten Gebiet angemessen gestaltet werden.
In Anlehnung an die traditionelle Bauweise auf den Philippinen wurde eine Konstruktion aus lokal verfügbarem Bambus gewählt. Bambus ist ein nachhaltiger, schnell wachsender und kostengünstiger Rohstoff. Seine Eigenschaft, trotz geringem Eigengewicht eine hohe Festigkeit zu haben, eignet sich hervorragend für unser Vorhaben.
Für den Umgang mit Bambus ist eine gewisse Expertise notwendig. Bereits jetzt haben wir für zwei der Angehörigen des Stammes eine Fortbildung finanziert, die dieses Fachwissen vermittelt. Damit wollen wir nicht nur die bestmöglichen Vorbereitungen für eine erfolgreiche Umsetzung unseres Projektes treffen, sondern auch das Volk dabei unterstützen, Grundlagen für weitere Vorhaben zu erlangen und Zugang zu neuen beruflichen Horizonte zu eröffnen.
Zum jetzigen Zeitpunkt wurde vor Ort schon mit der Herstellung des Fußbodens begonnen, den wir im Zentrum verlegen werden.
Seit Beginn des Projektes konnten wir schon mehrfach mit Fachkräften in Austausch treten. Darunter durften wir das Vorhaben auf der European Bamboo Expo präsentieren. Die European Bamboo Expo ist eine Veranstaltung, die sich auf Bambus als nachhaltiges Baumaterial und vielseitigen Rohstoff konzentriert. Bei dieser Expo werden verschiedene Aspekte von Bambus präsentiert, darunter seine Verwendung in Architektur, Design, Kunst, Landwirtschaft und Umweltschutz. Einige Besucher*innen haben uns bereits dort ihre Unterstützung durch Spenden zugesichert.
Unsere Testläufe, Modelle und Pläne werden bald greifbare Formen annehmen. Mit jedem Tag, der vergeht, rückt der Startschuss für unsere aktive Bauphase näher – vom 10. Februar bis zum 17. März 2024 werden wir in den Philippinen mit vereinten Kräften anpacken, um dieses Zentrum zu errichten. In diesen fünf Wochen werden wir unsere Stärken, auch als multidisziplinäres Team, nutzen um all unsere Anstrengungen und Ideen zur Wirklichkeit werden zu lassen. Um unsere Ressourcen möglichst effektiv zu koordinieren, werden wir jeweils zeitlich versetzt in Gruppen anreisen. Jede Gruppe wird vor Ort zehn Tage das Entstehen des Community Center vorantreiben.
Unser Vorhaben ist eine Initiative, die auf freiwilliger Mitarbeit und Hingabe basiert. Unsere Gruppe von Studierenden, Professor*innen, Expert*innen und des Mamanwa-Stammes investiert viel Zeit, Energie, Kreativität sowie Engagement und Teamarbeit, um dieses Projekt zum Leben zu erwecken. Doch bei einer solchen Initiative entstehen unweigerlich Kosten, die über ehrenamtliche Arbeit allein nicht gedeckt werden können. Einige Ausgaben, die unumgänglich sind, um dieses Zentrum zu realisieren fallen für Materialbeschaffung, Transportkosten, Werkzeuge, Unterbringung, Versorgung und Fachkräfte vor Ort an. Sowohl die Menschen vor Ort als auch wir Studierende werden an einem Workshop teilnehmen, der von einer erfahrenen Organisation geleitet wird. Dieser Workshop vermittelt das nötige Wissen und die Expertise im Umgang mit Bambus. Während wir als Studierende bereits unser Bestes geben, um Ressourcen zu nutzen und Kosten zu minimieren, hoffen wir auf eure Unterstützung und möchten unsere Familien, Freund*innen, die Verwandtschaft, am Thema Interessierte und auch alle anderen um Spenden bitten.
Unsere vorläufige Kostenschätzungen möchten wir ganz offen darlegen:
• Material (Bambus, Verbindungs‐ und Befestigungsmittel), Werkzeug, Schutzhandschuhe, Beschichtung für Bambus: ca. 30.000€ bis 40.000€
• Schulung der einheimischen Bevölkerung und der Studierenden durch die philippinischen Expert*innen des Kawayan Collectives: 5.000€
• 10‐tägiger Aufenthalt der Studierenden (60 x 2.000 €): 120.000€
Erste Kosten trägt der gemeinnützige Verein für humanitäre Hilfe Fruit-Tree e.V., durch welchen diese Initiative letztendlich ins Rollen gekommen ist. Durch den Verein ist der Kontakt zum einheimischen und traditionsreichen Volk der Mamanwa entstanden, da dieser bereits vor Ort tätig war und mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft vertraut ist. Fruit-Tree wird auch vor Ort sein und den Bau tatkräftig unterstützen. Viele Studierende sind zudem bereit, einen Großteil der eigenen Reise- und Unterbringungskosten selbst zu tragen.
Um jedoch die letzten finanziellen Hürden zu überwinden, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Eure Spenden tragen dazu bei dieses Community Center als einen Ort neuer Möglichkeiten zu schaffen. Jeder Beitrag, sei er groß oder klein, trägt dazu bei, dieses Ziel eines nachhaltigen Gemeinschaftszentrums für die Mamanwa-Gemeinschaft zu erreichen. Einem Ort der weit über seine physischen Grenzen hinausgeht – ein Ort, der Chancen schafft und Gemeinschaftsstärke fördert.
Als Spendenziel streben wir einen Betrag von 20.000€ an. Damit können wir einen bedeutenden Teil der Kosten decken. Diese Spenden würden uns sehr helfen, das bestmögliche aus dem Vorhaben herauszuholen und das Projekt erfolgreich abzuschließen.
Mit eurer Rückendeckung werden wir dieses bedeutsame Vorhaben realisieren können. Vielen Dank, dass ihr Teil dieser weiten Reise seid und dazu beitragt, eine beständige und nachhaltige Zukunft auf den Philippinen mitzugestalten!
Für den Austausch oder Fragen zum Projekt stehen wir gerne unter
brigitte.albosta@hs-kl.de zur Verfügung.

