60jähriger Reiterhof braucht Hilfe

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Hallo zusammen,

wir heißen Pia und Sascha Winkielewski und kommen aus Ennepetal im Bergischen Land. Zum 01.01.2026 haben wir einen Reitstall in Schwelm, unweit von Ennepetal erstanden. Laut Gutachten hat die gesamte Anlage mit fast 60 Boxen, fünf Einzelgebäuden, einem Zwei- und einem Einfamilienhaus gerade mal einen Wert von 595.000,- € und einen Sanierungsstau von über 850.000,- €.


Seit etwa 2017 sind wir in diesem Stall selbst Einsteller und haben es nach fast zwei Jahren geschafft, woran niemand wirklich glauben wollte - wir haben den Stall nach vielen Verhandlungen und auch vielen erfolglosen Gesprächen erstanden. Wie die Bilder zeigen, ist die gesamte Anlage sehr marode, jedoch läuft die Reitschule und die Pferdepension sehr gut.


Warum ist die Anlage so marode? Der vorherige Besitzer, heute knapp 70 Jahre alt, hat die Anlage fast 30 Jahre lang als Pferdewirtschaftsmeister alleine betrieben und nicht die Möglichkeiten die Reparaturarbeiten selbst auszuführen. Doch er hat ein großes Herz für die Pferde, die in seiner Obhut standen.


Der einst unter anderem für Turniere genutzte Reitplatz dient nur noch als Matsch- und "Weide"-Land.


Die gesamte Nachbarschaft stand unserem Vorbesitzer zur Seite und hat geholfen, wo sie konnte.


Da die Anlage kein eigenes Weideland besitzt, zumindest nicht viel, wurde es jahrelang von einem Pächter zu Wucherpreisen gepachtet.


Nun haben wir die Anlage übernommen. Die Gebäude sind marode und müssen dringend repariert werden. Die zwei Traktoren sind Kernschrott. Die Reitschulpferde sind langsam auf dem Weg in die Rente. Der Reitplatz ist nicht mehr existent.

Meine Frau und ich - wir haben uns ein Herz gefasst und es als dritte Anbieter geschafft, die Anlage zu übernehmen und finanziert zu bekommen. Wir haben zwei Jahre gebraucht, um eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, doch diese langte nur für den Kaufpreis der Anlage. Ohne Eigenkapital, aber mit einem recht guten Einkommen sind wir am 01.01.2026 offiziell an den Start gegangen. Wir haben inzwischen einiges geschafft:

1. Für die Reitschule haben wir zwei neue Pferde angeschafft, das dritte steht in den Startlöchern
2. Das Reitschulangebot wurde von zuletzt vier Stunden pro Woche auf fast 20 Stunden pro Woche von uns ausgebaut und wird noch mehr erweitert, die Nachfrage ist riesig
3. Es gibt mehr Nachfragen an Reitstunden, als wir alleine bewältigen können, nicht nur zu wenig Personal, auch zu wenig Reitpferde sind hier die Herausforderung
4. Erste Sanierungsarbeiten sind gestartet
5. Viele Aufräumaktionen haben dafür gesorgt, dass es auf dem Hof wieder ordentlicher ausschaut
6. Einfach nur durch effektivere Arbeitsweisen und Umstrukturierungen ist es gelungen, dass innerhalb von vier Wochen 2/3 der Kosten vom bisherigen Stroh- und Heubedarf sowie von der Gerste eingespart werden konnten, ohne dass die Pferde zu kurz kommen
7. Wir haben eine Website und eine Hof-App eingerichtet
8. Der Weg der Bürokratie war lang, steinig und schwer, doch wir haben ihn alleine aktuell zu etwa 80% selbst gemeistert
9. Meine Frau bildet sich derzeit zur Pferdefachwirtin fort, um ihre über 30-jährige Expertise mit Pferden noch weiter auszubauen
10. Wir möchten Arbeitgeber in der Region werden, doch bürokratische Akte bremsen uns seit Monaten massiv aus
11. Viele Projekte und neue Ideen warten darauf umgesetzt zu werden …

Doch bereits zu Anfang bereiten uns finanzielle Herausforderungen Sorgen. Unser Notar unterstützt uns, indem wir seine Kostennote, die großzügig gering ausgefallen ist, auch noch auf Raten bezahlen dürfen. Unser Gutachter hatte uns seine Kosten geringer als nötig in Rechnung gestellt und diese ebenfalls über ein Jahr lang von uns abstottern lassen. Mit seiner Expertise stand er uns bereits mehrfach kostenlos zur Verfügung!

Unser Vorbesitzer ist uns mit vielen großzügigen Angeboten entgegengekommen, damit der Start für uns nicht so schwer wird. 80% der Einsteller haben 10%ige Preiserhöhungen bei Übernahme durch uns akzeptiert, damit wir die Möglichkeit haben, die Anlage wieder auf Vordermann zu bringen. Unzählige Helfer aus der Stallgemeinschaft und dem Kundenkreis bieten unterschiedliche Hilfen an, indem sie uns bei Sanierungs- und Reparaturarbeiten, der regelmäßigen Reinigung der Anlage, dem Longenunterricht, der Reitschule und bei vielen anderen, täglich anfallenden Arbeiten unter die Arme greifen.

Wir sind bereits seit Oktober 2025 neben unseren Vollzeitschichtjobs nahezu täglich bis zu 12 Stunden schichtweise im Stall tätig. Meine Frau und ich werden dabei von unserer 15jährigen reit- und pferdebegeisterten Tochter Siena tatkräftig unterstützt.

Der Start war herausfordernd in den ersten Wochen. Frost und starker Schneefall sorgten für noch schwerere Arbeitsbedingungen. Sämtliche Helfer, Nachbarn und Lieferanten versicherten uns ihr Mitgefühl für diese Herausforderungen, die so in den 30 Jahren des Vorbesitzers nur zweimal vorkamen. Wasserleitungen froren ein und platzten, doch die über 50 Pferde mussten mehrfach täglich mit Frischwasser versorgt werden. Da der Frost dafür sorgte, dass keine Tränken mehr funktionierten, wurde kurzerhand ein Schlauchsystem von Schlauchwagen aufgebaut, so dass 150 m Schläuche das Schleppen von 30-Ltr.-Kanistern überflüssig machten.

Wir schafften eine Hofmaschine für über 1.000,- € an, um den Schneemassen Herr zu werden, doch die Maschine kam eine Woche zu spät. Da waren die Knochen schon von der täglichen Arbeit, dem Schneeschaufeln und unzähligen dringenden Reparaturarbeiten an der Wasserversorgung geschunden. Die Wege und Flächen musste von bis zu 3 cm dicken Eisplatten befreit werden, doch Streusalz gab es nicht mehr - Handarbeit mit einer Stoßscharre war angesagt. Fünf Stunden tägliche Arbeit wurden innerhalb weniger Minuten zu Nichte gemacht, wenn der Schnee erneut einsetzte.

Unser Start war sehr holprig und anstrengend, doch wir sind auf einem guten Weg. Uns war klar, dass wir finanzielle Hilfe benötigen, und wir haben aus unseren privaten Möglichkeiten herausgeholt, was geht.

Anderen Banken ist das Risiko zu groß, um uns eine Finanzspritze zukommen zu lassen. Fördergelder sind nicht möglich, da wir keine Firmenkredite, sondern nur Privatkredite erhalten haben. Und nun ist uns eine Rechnung vom Finanzamt ins Haus geflattert. Eine Rechnung, von der wir zwar wussten, dass sie kommen wird, doch nicht in der Höhe.

Unser Notar hatte uns erklärt, dass wir Grunderwerbsteuer zahlen müssen. Es war die Rede von 44.000,- €. Diese 44.000,- € hatten wir im Oktober 2025 als Privatkredit aufgenommen, doch durch den Kauf der neuen Pferde, erste Investitionen in den Stall und der Anschaffung zweier gebrauchter, zugstarker PKW, damit wir die Arbeiten im Stall überhaupt bewältigen können, haben dafür gesorgt, dass unsere Rücklagen auf rund 25.000,- € geschrumpft sind. Für die zwei PKW haben wir unsere „alten“ Fahrzeuge schweren Herzens in Zahlung geben müssen, da diese für den Stallbetrieb ungeeignet waren. Dies hatte über 90% der Anschaffungskosten für die „neuen“ Fahrzeuge gedeckt.

Unser Weihnachtsgeld floss 2025 nicht in das Weihnachtsfest. Unsere zwei Kinder und wir haben das Jahr Weihnachten bescheidener gefeiert. Stattdessen flossen diese Gelder ebenfalls in den Stall, so dass wir innerhalb von zwei Monaten bereits rund 30.000,- € durch private Gelder in den Stall investieren konnten.

Nun stehen wir hier. Nach den ersten Wochen des offiziellen Starts, der finanziell gesehen besser war, als erwartet, da die Reitschule so massiv ausgebaut werden konnte und die Einsteller die Pensionserhöhungen problemlos mitgemacht haben. Doch wir brauchen mehr Hilfe als jene, die uns bereits zu teil geworden ist.

Wir bekommen weiterhin Hilfe von unzähligen Wohltätern in Form von Arbeitszeitspenden, Materialspenden für die Baustellen und vieles mehr. Doch am Ende interessiert sich das Finanzamt nicht für unsere Herausforderungen. Das Finanzamt möchte Grunderwerbsteuer bis zum 09.03.2026 haben. Es interessiert sich nicht dafür, ob wir dieses Geld an anderen Stellen besser gebrauchen könnten. Vater Staat möchte gerne sein Geld sehen. Nach Ablauf der Frist werden monatlich rund 500,- € an Verzugszinsen fällig.

An dieser Stelle, nachdem wir unzählige Möglichkeiten ausgeschöpft haben, suchen wir Hilfe in einer großherzigen Gemeinschaft. Einer Gemeinschaft, die sowohl ein Herz für Pferde und Tiere im Allgemeinen und auch für uns als ambitionierte Stallbetreiber im Besonderen haben. Viele Menschen glauben bereits an uns und unterstützen uns nach ihren Möglichkeiten. Doch es fehlt noch das Tüpfelchen auf dem i - das liebe Geld - und das fehlt an allen Ecken und Enden. Es kommt zwar gut rein, doch für die Steuern nicht schnell genug.

Wir bitten alle, die dies gelesen haben um Unterstützung. Alle sind herzlich dazu eingeladen, sich die Reitanlage auf ihren rund 20.000 m² persönlich anzuschauen. Seid Teil einer Gemeinschaft, die den Hof zusammen mit uns erhalten möchte.

Bitte helft uns! Vielen Dank an alle!!!

Das ist Ben, der Chef der Reitschulpferde und fast ein Rentner, so wie seine alten Kollegen auch.


Das ist Balou, er ist für alle seine Kinder da und lässt niemanden fallen, auch wenn er bereits fast in Rente gehört.

Fabrina ist noch nicht im Rentenalter und eine zuverlässige und brave Stute für größere Reitanfänger.

Merlin unser Selbstwähler. Er ist lieb zu allen die er mag und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Schulreitsport.

Rocky eine dominante Einsteigerstute, die von ihren Menschen abgöttisch geliebt wird.

Das ist Ludwig - niemand weiß, wie er wirklich heißt, er wurde von uns vor dem Schlachter gerettet und ist für uns zu einem extrem zuverlässigen Reitschulpferd geworden, der seinen fortgeschrittenen Reitern mit Sanftmut und einer positiven Ausstrahlung zum Reiterfolg verhilft.

Das war Ludwig an seinen ersten Tagen bei uns im Stall, als wir ihn vor dem Schlachter gerettet haben.

Heute, etwa drei Monate später sieht er so aus und erfreut seine Reiter, die zahlreich um seine Gunst buhlen - er hat jedoch ein großes und liebevolles Herz, mit dem er allen sanftmütig beim Reiten lernen hilft.

Dominic, unser zweiter Neuzugang. Ein Veteran aus dem internationalen Fahrsport. Er ist für fortgeschrittene und Reiteinsteiger sehr gut geeignet. Er kommt aus gutem Hause und erfreut unsere Reitschüler mit seiner ruhigen, doch etwas herausfordernden Art.

Nixi ist eine der jüngeren Stuten aus der Reitschule des Vorbesitzers. Eine eigene Zucht, die noch unerfahren im Reitschulunterricht ist und aktuelle nur für fortgeschrittene und Sattelfeste Reiter geeignet ist.

Unsere Tochter Siena und Dominic. Hätten wir Siena nicht, wüssten wir gar nicht, wie wir die ganze Arbeit schaffen sollten. Sie hilft nicht nur bei den täglichen Arbeiten im Stall fleißig und tatkräftig mit, sondern steht uns mit ihrer Reiterexpertise beim Beritt junger Pferde, unter anderem bei Nixi und dem Test neuer Pferde auf Reitschultauglichkeit, wie zum Beispiel bei Ludwig und Dominic immer wieder stark zur Seite!

Das sind wir, Pia und Sascha, die Verrückten, die an eine Rettung der Stallanlage glauben und davon überzeugt sind, es zu schaffen, dass alle Pferd und Einsteller hier bei uns glücklich sein werden.

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