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Hallo alle,
Ich bin Jens und sammle für Zora, die Mutter meiner Freundin.
Zora stammt aus Bosnien Herzegowina und hat 59 Jahre lang alles gegeben. Zwei Kinder groß gezogen in den Wirren von diesem Krieg in den neunziger Jahren, während der Vater "dienen" musste und man nicht wusste, ob man alle seine Lieben noch mal wiedersieht.
Gearbeitet die meiste Zeit ihres Lebens in zwei, oder drei Jobs gleichzeitig. 59 Jahre alles gegeben.
Dann kam der August 2023 und mit ihm einer der fiesesten Schlaganfälle, die man haben kann. Eine Subarachniodalblutung rechts nach geplatztem Aneurysma. Gerade noch Mittagessen vorbereitet, dann mit dem Hubschrauber in die Klinik nach Günzburg und seither ist nichts mehr wie zuvor.
Halbseitige Lähmung und halbseitiger Neqlect, Rollstuhl und 100% Behinderungsgrad.
Verrücktes Ding!
Nichts destotrotz ist der Lebenswille da, das Lachen da, und der Mensch immer noch da.
Deswegen kamen die Fachleute auf uns zu und empfohlen uns eine erneute spezielle Neuro-Reha. Es gibt eine Reha Einrichtung in Zagreb, Kroatien, die sich auf genau das Krankheitsbild spezialisiert hat. Wir waren, auf Anraten der Fachleute (Ärzte, Ergotherapeuten, Physio, etc) dort und haben uns informiert über Angebot und Möglichkeiten. Größtes Plus dieser Einrichtung: man spricht dort Zoras Muttersprache. Das heißt die Psychologen und anderen Therapeuten haben keine Sprachbarriere und können einfach reden wie einem der Schnabel gewachsen ist.
Der große Haken an der Sache ist, für in Deutschland gesetzlich Versicherte ist eine solche Reha Maßnahme nicht vorgesehen, weil Zora laut Barthel Index zu weit eingeschränkt ist, um überhaupt eine Reha durchführen zu können.
Man könnte vielleicht eine Frühreha nach Index B genehmigt bekommen, aber das auch höchstens in Deutschland, was in unserem speziellen Fall einfach sinnlos ist.
Unser Problem ist, dass uns die Zeit wegläuft und wir im Dschungel der Bürokratie gefangen sind. Die AOK weiß nicht so richtig, stellt zu einem anderen Sachbearbeiter durch, muss erst beim medizinischen Dienst nachfragen, kurz sitzt uns aus!
Aber: Rehamaßnahmen werden immer weniger wirksam, je mehr Zeit verstreicht. Ich versuch mich parallel in den Schenkel der AOK zu verbeißen und nicht lockerzulassen, aber von allen Seiten bekomm ich nur zu hören, dass sowas nicht vorgesehen ist, das sowas gar nicht übernommen werden kann, usw.
Man prüfe nochmal alles, ich solle mich an das Kundencenter wenden und währenddessen bei uns der Bürokratie gehuldigt wird, rinnt Zora die Zeit davon...
Die Rehamaßnahme in Zagreb in der Poliklinik Glavic kostet um die 25000€, wir werden versuchen einen Kredit zu bekommen, um so früh wie möglich ins Tun zu kommen. Aber vielleicht, findet ja jemand von euch, das ist unterstützenswert, da geb ich auch was dazu...
Zora ist erst 60 Jahre alt und ansonsten körperlich gesund und fit! Helft uns bitte die Jahre vielleicht nochmal aus dem Rollstuhl auszusteigen und Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen!
Wer Fragen hat, scheut euch nicht! Ich versuch alles zeitnah zu beantworten

