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Das Jahr 2022 wurde für unsere Kirchengemeinde zum Jahr des Schicksals. Eine brennende Adventskerze im Altarschmuck war der Auslöser eines Schwelbrandes, der das Innere des Kirchenschiffs zerstörte und damit auch die im Privatbesitz befindliche Pfeifenorgel mit 16 Registern.
Diese Situation ist umso tragischer, als die Kirchenverwaltung nach einer über zweijährigen Planungsphase den Beschluss fasste, das Kirchengebäude nicht mehr wiederherzustellen und den Standort der Kirchengemeinde zu schließen. Dieses gravierende, folgenschwere Umdenken veranlasste die Gebäudebrandversicherung, ihre ursprüngliche Finanzzusage für einen Neubau der Orgel zu revidieren: ohne Kirche keine Orgel.
Als Student an der Musikhochschule Stuttgart im Fach Orgel traf mich die Zerstörung unserer Orgel im dritten Hochschulsemester. Dieses besondere Instrument weckte bereits in Kindheitstagen meine Faszination für die Orgel; dort erhielt ich den ersten Orgelunterricht und dieses Instrument war es auch, das mir den Weg für meine musikalische Berufslaufbahn eröffnete. Außerdem diente mir unsere Orgel über all die Jahre hinweg - auch im Studium - als Übinstrument. Der Brand stellte mich von heute auf morgen vor die Herausforderung, mein Studium ohne Instrument vor Ort zu meistern.
Der Verlust der Orgel durch die vernichtenden Entscheidungen der vergangenen Monate wird auch für mich zunehmend unerträglich. Inzwischen konnte mein Onkel als Eigentümer der Orgel im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs mit der Kirchenverwaltung erwirken, dass zumindest eine finanzielle Entschädigung von der Versicherung gezahlt wurde. Dieser Betrag reicht jedoch nicht ansatzweise aus, eine Orgel in der bisherigen Größenordnung wiederherzustellen.
In dieser prekären, fast aussichtslosen Lage klammere ich mich an den Hoffnungsschimmer, eine ehemalige Feldscheune im Familienbesitz als Standort für eine neue Orgel herzurichten. Meine Eltern haben sich bereit erklärt, den Umbau, der größtenteils in Eigenleistung erfolgen wird, finanziell zu unterstützen. Damit wäre eine erste Hürde genommen und die Feldscheune böte auch die räumlichen Voraussetzungen für kleine Konzerte. Doch die fehlenden Mittel für den Bau der Orgel stellen nach wie vor das größte Problem dar. Inzwischen sind wir mit einem Orgelbauer im Gespräch, der größtmögliche Bemühungen für unser Orgelprojekt unternimmt und sogar bereit ist, unsere angebotenen Eigenleistungen in seine Kalkulation miteinzubeziehen. Dennoch hängt die Realisierung des Projekts aktuell am seidenen Faden, weil die Finanzierung durch den hohen Fehlbetrag zu scheitern droht.
Aus diesem Grund habe ich nun die letzte Möglichkeit ergriffen und diesen Spendenaufruf gestartet. Der sinnlose Brand darf nicht das Ende unserer Orgel gewesen sein. Auch nach dreieinhalb Jahren kämpfe ich weiter und gebe die Hoffnung nicht auf, eines Tages wieder auf einer Pfeifenorgel in meinem Heimatort spielen zu können.
Jeder Euro zählt und bringt uns dem ersehnten Ziel ein Stück näher. Ich bedanke mich von Herzen bei allen Spenderinnen und Spendern!
Ab einer Spende von 100 Euro erfolgt eine namentliche Erwähnung auf der Spendertafel am Eingang der Orgelscheune. Natürlich kann auch anonym gespendet werden.
Für weitere Fragen zum Orgelprojekt stehe ich über das Kontaktformular gerne zur Verfügung.


