- V
- L
- D
ENGLISH BELOW
Unsere Großeltern, Eva und Kurt Feibusch, überlebten die Shoa im Exil. Heute möchten wir, ihre Enkelinnen, ihnen endlich den Ort geben, der ihnen zusteht – ein jüdisches Grab in Offenbach.
Mit eurer Hilfe können wir die Umbettung ermöglichen und das zerrissene Band unserer Familiengeschichte heilen.
***********
Hallo, mein Name ist Mirjam!
Ich komme aus einer deutsch-jüdischen Familie, deren Mitglieder es durch die Shoa auf der ganzen Welt verstreut hat.
Meine Großeltern, Eva und Kurt Feibusch flohen 1938 vor dem Nazi-Regime nach Argentinien, wo sie über fünfzig Jahre lebten und zwei Söhne großgezogen haben, einer davon mein Papa!
Meine Großeltern und ihre Vorfahren waren assimilierte deutsche Juden, die aber seit Jahrhunderten die jüdische Kultur und Tradition pflegten und weitergaben, mal mehr, mal weniger Religiös.
Durch das erlebte Trauma der Shoa, durch Verfolgung, Flucht und der Trauer um Ermordete Familienangehörige zog sich nach der Shoa ein riesiger Riss durch meine jüdische Familiengeschichte.
Aus Angst und Schmerz flößten meine Großeltern ihren Kindern ein, niemals zu verraten, dass sie Juden sind und erzogen sie völlig atheistisch, obwohl sie im Herzen tief mit ihren Wurzeln verbunden waren. Die erlebten Traumata entfernten nicht nur sie von ihrem jüdischen Erbe sondern auch ihre Söhne, die ohne jüdische Erziehung aufwuchsen.
Mein Papa hat sich das im Erwachsenenalter alles selbst zurückgeholt und die nächste Generationen, wir Söhne, Töchter und Enkelkinder sind seit vielen Jahren dabei, den Riss, die Lücke, den die Nazis in unser jüdisches Erbe getrieben haben, wieder zu füllen.
Wir, Die Nachkommen von Kurt und Eva Feibusch holen zurück, was uns entrissen wurde und lassen die jüdische Familiengeschichte wieder lebendig werden!
Nun zu meinem eigentlichen Anliegen: Als Kurt und Eva Feibusch 1991 aus dem Exil in ihre ehemalige Heimat Deutschland zurückgekehrt sind, wurde Kurt sehr schnell krank und starb wenige Monate nach der Ankunft in Offenbach am Main. Die Schockstarre nach dem kollektiven Trauma der Shoa wirkte noch nach, und so ließ ein Familienmitglied Kurt auf dem nichtjüdischen Friedhof beerdigen. Mein Vater und Eva, Kurts Frau, schafften es emotional nicht, sich damit auseinanderzusetzen. Als Eva Feibusch 1997 starb, wurde auch sie auf dem allgemeinen Friedhof beigesetzt und sich dieses Mal gelang es meinem Vater nicht, das rechtmäßige jüdische Begräbnis durchzusetzen.
Nun, fast 30 Jahre später, haben wir, die Enkelinnen von Kurt und Eva Feibusch endlich das Thema Umbettung der Gebeine auf den jüdischen Friedhof angegangen. Im Judentum ist das Grab Eigentum des Toten, es ist heilig und darf nicht aufgelöst werden. Jüdische Friedhöfe belassen die Gräber deshalb für immer.
Da Kurt und Eva Feibusch auf dem allgemeinen Friedhof in Offenbach liegen, steht dort bald die Gräberauflösung an, weshalb wir nun handeln müssen! Zusammen mit dem Rabbinat der jüdischen Gemeinde Offenbach organisieren wir nun die rechtmäßige Umbettung auf den jüdischen Friedhof in Offenbach, sodass meine Großeltern dort liegen können, wo sie hingehören und ihr Lebenskreislauf endlich in ihrem jüdischen Erbe, dass so brutal weggerissen wurde, vollendet werden darf. Die Umbettung der Gebeine und die jüdische Beerdigung wird leider eine größere Menge Geld erfordern, als wir als Familie stemmen können.
Wir freuen uns daher über jeden Beitrag, der hilft, unsere jüdische Familiengeschichte wenigstens ein klein wenig wieder zu reparieren. Wir danken von Herzen für jeden Beitrag und das Teilen der Geschichte von Eva und Kurt!
ENGLISH:
Hello, my name is Mirjam! I come from a German-Jewish family whose members were scattered all over the world as a result of the Shoah. My grandparents, Eva and Kurt Feibusch, fled the Nazi regime to Argentina in 1938, where they lived for over fifty years and raised two sons—one of them my dad! My grandparents and their ancestors were assimilated German Jews who, for centuries, maintained and passed on Jewish culture and tradition, sometimes more, sometimes less religiously.
Because of the trauma of the Shoah—persecution, flight, and mourning murdered family members—a deep rupture tore through my family’s Jewish history. Out of fear and pain, my grandparents taught their children never to reveal that they were Jewish and raised them completely atheistically, even though deep in their hearts they felt strongly connected to their roots. The traumas they had suffered distanced not only them from their Jewish heritage, but also their sons, who grew up without any Jewish upbringing.
As an adult, my father “reclaimed” all of this for himself, and we—the sons, daughters, and grandchildren—have for many years been working to fill the rupture, the gap, that the Nazis tore into our Jewish heritage. We, the descendants of Kurt and Eva Feibusch, are reclaiming what was taken from us and bringing our Jewish family history back to life.
Now to the actual matter at hand: When Kurt and Eva Feibusch returned from exile to their former homeland, Germany, in 1991, Kurt quickly became ill and died only a few months after arriving in Offenbach am Main. The shock and paralysis following the collective trauma of the Shoah were still present, and so a family member had Kurt buried in a non-Jewish cemetery. My father and Eva, Kurt’s wife, were emotionally unable to confront this. When Eva Feibusch died in 1997, she too was buried in the general cemetery, and once again my father was unable to enforce the rightful Jewish burial.
Now, almost 30 years later, we—the granddaughters of Kurt and Eva Feibusch—have finally taken on the issue of transferring their remains to the Jewish cemetery. In Judaism, a grave belongs to the deceased; it is sacred and must not be dissolved. Jewish cemeteries therefore leave graves intact forever. Because Kurt and Eva Feibusch are buried in the general cemetery in Offenbach, their graves are facing dissolution soon—which is why we must act now.
Together with the rabbinate of the Jewish community of Offenbach, we are organizing the rightful reburial in the Jewish cemetery in Offenbach, so that my grandparents may rest where they belong and their life cycle can finally be completed within their Jewish heritage, from which they were so brutally torn.
The transfer of the remains and the Jewish burial will unfortunately require more money than our family can afford. We are grateful for any contribution that helps us repair our Jewish family history—even if only a little. We thank you from the bottom of our hearts for every contribution and for sharing the story of Eva and Kurt!




