
Selbstständigkeit durch einen PTBS-Assistenzhund
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Hi, ich bin Saskia (33) Jahre und leide an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung, weil ich seit meinem 5 Lebensjahr immer wieder schwere Traumatisierungen durch (sexuellen) Missbrauch erfahren habe.
Ich hab zusätzlich zur kPTBS dissoziative Störungen (Bewegungsstörungen, Derealisation, Depersonalisation, Krampfanfällen und Fugue), eine Angststörung und Depressionen und einige anser komorbide Erkrankungen entwickelt, was meinen Alltag nicht gerade einfach macht.
Ich traue mich nicht immer allein aus dem Haus, weil ich Angst habe mich zu verletzen und dass fremde Menschen falsch auf meine Krampfanfälle reagieren. Innenräume und öffentliche Plätze mit vielen Menschen sowie unerwünschter Kontakt durch Fremde, versuche ich besonders zu vermeiden. Diese Anfälle habe ich mehrmals die Woche. Je nachdem wie spät ich einen Anfall bemerke, kann es zu Verletzungen kommen.
Ein Krampfanfall kann zwischen 2 bis 40 min andauern, was mit großer Angst, Hilflosigkeit, Schmerzen und manchmal auch Flashbacks und Ohnmachtsanfällen verbunden ist.
Da meine dissoziativen Symptome sehr stark ausgeprägte sind, ist ein normaler Alltag für mich nicht möglich. Ich habe dadurch funktionelle Krampfanfälle, kann manchmal Körperteile nicht mehr bewegen, derealisiere/depersonalisiere und manchmal kommt es zu Fugues.
Bei den Fugues übernimmt ein Autopilot mein Leben und ich kann mich danach an nichts erinnern. Es ist dabei schon vorgekommen, dass ich nachts alleine im Wald zu mir gekommen, 12km nachts gelaufen oder in einer mir fremden Stadt wach geworden bin.
Das macht mir Angst. Vorallem die Erinnerungslücken danach.
Ein Assistenzhund kann diese Zustände frühzeitig unterbinden, mich aus Dissoziationen heraus und mich in die Gegenwart zurück holen. Auch kann er mich an sichere Orte führen, einer Bank zum Beispiel, oder blockt mich im Notfall von Fremden ab. Er kann Flashbacks und Angstattacken lindern und mir somit Sicherheit vermitteln. Halt geben. Auch kann er Notfallmedikamente, Notfalltasche oder Hilfe v
In Form von anderen Menschen holen.
Im März bin ich aus einem stationären Wohnsetting, in dem 24Std. am Tag Betreuer vor Ort sind, ausgezogen. Ich würde gerne wieder selbstständiger Leben und der Auszug mit ambulanter Betreuung war ein erster Schritt.
Um mir hierbei mehr Sicherheit zu geben, kann der Assistenzhund helfen.
Im Mai ist jetzt mein Junghund Odin eingezogen, mit dem ich nächstes Jahr in die Assistenzhundeausbildung starten möchte. Bis dahin wird er schon viel lernen, bevor es so richtig losgeht. Auch das ist natürlich schon mit Kosten verbunden. Anschaffung und laufendd Kosten alleine schon. Aber für einen Hund der noch so viel vor hat, lohnt es sich. :)
Ich bin auf eure Hilfe angewiesen, da Krankenkassen bisher nur Blindenhunde übernehmen. Die Gelder sollen für die Anschaffung eines Assistenzhundes, für seine Ausstattungen, ggf Unterbringungen in Pensionen falls notwendig, Versicherungen und Steuern eingesetzt werden sowie seine alltäglichen Ausgaben wie Futter etc und Tierarztkosten. Da kommt einiges Zusammen.
Jede noch so kleine Spende hilft. Wenn ihr nicht spenden könnt oder wollt, aus welchen Gründen es auch sein mag, würde ich mich auch riesig über das Teilen der Spendenkampagne freuen.
Danke an all euch lieben Menschen, die die Welt zu einem besseren Ort machen.
Saskia
Updates:
08.05.2026: Odin zieht endlich ein. Ein Australian Shepherd Junghund der mich dann in die Ausbildung begleiten darf :)
22.07.2026: Odin kommt leider mit den Anfällen gar nicht mehr zurecht und hat begonnen nach meinem Gesicht und Hals während der Anfälle zu schnappen. Was im schlimmsten Fall irgendwann lebensgefährlich für mich enden könnte. Aus diesen Gründen darf er leider die Ausbildung nicht mit mir durchlaufen. Wir haben uns entschieden, ihn mit Hilfe einer Tierschutzorganisation in gute Hände weiterzuvermitteln.
August 2026: wir haben jemanden für ihn gefunden. Sie wird die kommenden Wochen regelmäßig zu Besuch kommen, um ihn kennenzulernen.
01.09.2026: Odin zieht zu seiner neuen Familie. Meine Assistenzhunde-Trainerin beginnt nun nach einem geeigneten Welpen als Neubeginn zu suchen.
Begriffsklärungen:
• Dissoziationen mit:
-Bewegungsstörung: Zeitweise Unfähigkeit einzelne oder mehrere Gliedmaßen zu bewegen.
-Derealisation: Das Umfeld und Personen können noch zugeordnet werden, aber erscheinen fremd, unwirklich, fern, oder leblos.
-Depersonalisation: Man nimmt sich als fremd oder unwirklich wahr, wie von außen betrachtet. Das Bewusstsein der eigenen Person ist dabei eingeschränkt.
- funktionelle/psychogene Krampfanfälle: Ähnliche wie epileptische Anfälle ohne neurologische Störungen.
-Fugues: Plötzliches Verlassen des gewohnten Umfelds im Autopilot. Man wirkt normal, kann auch alles noch, allerdings kann man sich hinterher an nichts erinnern und kommt oft an unbekannten Orten wieder zu sich.
Warum mir ein Assistenzhund helfen kann:
PSB-Assistenzhunde (PSB= psychosoziale Beeinträchtigung), oder auch PTBS-Assistenzhunde können Menschen mit PTBS und dissoziativen nicht-epileptischen Krampfanfällen auf verschiedene Weisen unterstützen.
Sie können trainiert werden, Krampfanfälle und Dissoziationen frühzeitig zu erkennen und zum Hinsetzen zu bewegen, um Stürze zu vermeiden. Sie können somit Warnzeichen erkennen und in herausfordernden Situationen Sicherheit geben. Sie können Betroffene aus dissoziativen Zuständen oder Flashbacks zurückholen, indem sie durch Anstupsen, Bellen oder Anlecken auf sich aufmerksam machen.
Diese speziell ausgebildeten Assistenzhunde sind in der Lage, aus Menschenmengen herauszuführen und durch Körperkontakt zu beruhigen. Sie haben die Berechtigung, in alle öffentlichen Einrichtungen mitzukommen, in denen Hunde normalerweise verboten sind.
Die Hunde können Distanz zu anderen Menschen schaffen und verhindern, dass jemand die betroffene Person berührt, wenn diese einen Anfall hat.
Im Hundegeschirr befinden sich außerdem oft Notfallinformationen für Ersthelfer, falls die betroffene Person nicht ansprechbar ist. Die Hunde können aus Alpträumen wecken, Medikamente oder das Telefon bringen, wenn die betroffene Person nicht in der Lage ist sich zu bewegen und Hilfe benötigt. Durch die Konzentration auf den Assistenzhund und die emotionale Bindung können diese Hunde als eine Art Anker wirken und Betroffene dabei unterstützen, sich sicher zu fühlen und im Moment zu bleiben.
Warum ich eure Unterstützung brauche:
Die Kosten für einen PSB-Assistenzhund werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Ausbildung eines Assistenzhundes dauert circa 24 Monate und kostet 10.000 bis manchmal sogar 30.000€. Diese Kosten übersteigen meine finanziellen Mittel und daher bin ich auf Unterstützung angewiesen.




