Robert geht auf den Lernpfad. Auf den WAS?!

Vorabnotiz: Es ist für mich sehr ungewohnt, Geld zu sammeln. Daher verstehe ich dies hier eher als Informationsplattform, auf der ihr meinen Weg auf dem Lernpfad auch finanziell unterstützen könnt. Aber eben nur wenn ihr mögt!
 
Was ist der Lernpfad?



 
Ein Bildungsweg ökologischer Ausrichtung, abseits von geregelter universitärer oder betrieblicher Ausbildung, auf dem eine feste Gruppe sich ein Jahr lang auf eine „Reise“ durch 12 Seminare begibt. Über das Jahr verteilt, draußen. Mit Fokus auf Selbstorganisation, aber durchaus definierten Themen. Beispiele:
 
Permakultur: Wie bewirtschaften wir den kostbaren Boden so, dass er möglichst nah an natürlichen Ökosystemkreisläufen ist – und eben nicht ausgelaugt und erodiert wird, sondern uns wirklich dauerhaft ernähren kann? Denn wir haben nur einen Versuch: Die Neubildung von 10 cm Boden dauert rund 1000 Jahre. Mit der aktuellen Landwirtschaft bleiben uns laut Prognosen nur noch Jahrzehnte .
 
Soziokratie: Wie finden Gruppen Entscheidungen, mit denen alle wirklich einverstanden sind? Auf eine Weise, in der alle wirklich beteiligt sind? Entscheidungen allein auf Mehrheitsprinzip schließen immer einen Teil aus, meist die Stilleren. In soziokratischen Prozessen wird nach Einsprüchen gefragt, wenn es welche gibt, wird nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Klingt aufwendig? Klar. Aber gerad, wenn in Gruppen zusammengearbeitet und gelebt werden soll, können so Konflikte frühzeitig sichtbar gemacht und fruchtbar genutzt werden.
 
Altes Handwerk: Wikipedia und online-Tutorials haben in den letzten Jahren einen gänzlich neuartigen Wissensspeicher und auch eine Lernumgebung geschaffen. Ob darüber allein alte Kulturtechniken, vom Schnitzen von Holzgegenständen bis hin zur Lehmbauweise, überleben können, darf bezweifelt werden. Brauchen wird die Menschheit sie eines Tages vielleicht wieder sehr.
 
Eine detaillierte Darstellung, in welche Projekte (Pfade der Wildgestaltung) der Lernpfad einbettet ist, hier ein Link. Zum stöbern und weiterverbreiten.
 
Plastischere Einblicke, was mich so erwartet, hier in Videoform (offensichtlich nicht aus meiner Perspektive, sondern der eines anderen Menschen):
 
 
 
 
Wo stehe ich?
 
Ausprobieren dürfen habe ich schon vieles in meinem noch nicht sooo langem Leben. Habe eine Schulbildung genossen, die für mich viel gegeben hat. Habe mich ein wenig in der Welt abseits meiner Heimat umsehen dürfen. Habe gelernt, mich musikalisch auszudrücken (diesen kleiner Querverweis erlaube ich mir an dieser Stelle… viel Freude mit der Musik!).
 
So weit, so gut. Mein weiterer Bildungsweg hat mich zuletzt auf Umwegen zurück in die Schule geführt. Aus der Perspektive des Lehrenden sah ich nun aber deutlich: Dass ich mich als Schüler im Schulsystem gut aufgehoben und angeregt fühlen durfte, war eher glücklicher Zufall als die Regel. Ausgebrannt und unzufrieden, mit dem, was ich dort bewirken konnte, bin ich nun aus meinem Referendariat gekommen und gelange zu dem Schluss: Ich passe wohl nicht hinein, wenn ich Schüler*innen zu Interesse zwingen muss. Wenn Noten und Vergleiche die Freude am Welterkunden nehmen. Wenn mehr als zwanzig wunderbar verschiedene Menschen kollektiv „beschult“ werden müssen. (Ich könnte hier noch deutlich mehr schreiben, aber das führt zu weit. Sprecht mich gern darauf an bei Interesse.)
 
Es ist für mich an der Zeit, die Perspektive zu weiten. Neue Wege zu finden, wo ich meine Fähigkeiten sinnstiftend einsetzen kann. Zeit, neue „Pfade“ zu betreten…
 
 
Was hat mich auf den Lernpfad gelenkt?
 
Also drauf gestoßen bin ich recht zufällig. Das sprach schonmal dafür… Die Entscheidung, den Pfad nun wirklich zu beschreiten, ist aber gut überlegt gefallen. Für mich persönlich passt er einfach gerad super, verbindet er doch so vielfältige Themen, die ich nun durch eigenes Weiterbilden so oder so hätte erkunden wollen. Ein wenig Strukturierung hilft da erfahrungsgemäß. Das Lernen im schützenden und antreibenden Rahmen einer Gruppe sowieso.
 
An dieser Stelle wichtiger als mein eigener Antrieb ist mir aber eine gesellschaftliche Utopie, die ich mit diesem Weg verbinde: Die eines gemeinschaftlichen, synergischen Miteinanders. Meine Mitbewohnerin, angehende Psychologin, hat sich in ihrer Arbeit mit dem Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Feindseligkeit beschäftigt. Dieser scheint mir durch digitale und zuletzt pandemisch verstärkte Isolation immer deutlicher, und immer zersetzender. Meine Utopie baut darauf, dass hier auch eine positive Umkehr möglich ist: Das wir als soziale Wesen erst in der Gemeinschaft unsere Potentiale und unser Gestaltungspotential erkennen und entfalten können. Und am Ende auch wieder Kapazitäten frei haben, uns mitfühlend unserer Mit- und Umwelt zuwenden zu können.
 
Klingt zu abgehoben? Für mich fängt das bei sehr praktischen Aspekten an. Wenn ich allein oder in Kleinfamilie lebe, brauche ich: Ein (oder gleich zwei?) Autos. Ein eigenes Heim. Eine kostenpflichtige Kinderbetreuung. Irgendwann eine Pflegekraft. Und je nach Umfeld viel, viel Kraft und Initiative, um nicht in Einsamkeit zu landen. Für mich hat ein gemeinschaftliches Miteinander für viele dieser Themen eine zumindest deutlich sparsamere Lösung parat. Wir teilen uns ein Mobil, wenn nötig. Wir brauchen pro Nase im Zweifel viel weniger Raum unserer Erde, müssen weniger Energie fürs Heizen verheizen. Für die Kleinen ist genug Platz, den sie selbstständig erkunden, und alle haben ein Auge drauf. Die Alten sind nicht abgeschoben, sondern sehr lange ein zum wertvoller Teil der Gruppe, da, wo sie eben können. Und für Gesellschaft muss nicht gesorgt werden, sie ist schon da. Schafft sich einen mehr oder minder großen Teil der Lebensgrundlage vor Ort selbst. Jeder ist mal für die Bande zum Kochen dran, jeder mal zum Putzen…
 
Ich bin ins Träumen gekommen. Diese Vision trage ich so oder so ähnlich schon lange mit mir herum. Sie ist recht weit weg von dem, was ich in meinem Erfahrungshorizont lernen konnte. Nicht alles, aber manches werde ich auf dem Lernpfad kennenlernen. Und das bedeutet für mich – vielleicht konnte man es herauslesen – mehr als eine persönliche Idee. In vielen Bereichen sehe ich unsere Art zu leben und miteinander umzugehen schlicht in Sackgassen rennen. Zum Teil in Abgründe. Für mich ist Umorientierung unabdingbar: Im Angesicht von Hasskommentaren als neuem (scheinbarem) Standard im Miteinander. Im Angesicht von menschlicher Ausbeutung anderer, die wir höchstpersönlich straffrei im Markt um die Ecke verkonsumieren. Im Angesicht von ungebremster Klimakrise und einer trotz allem weiterhin auf alternativlos propagiertes Wachstum gepolten Wirtschaft – koste es was es wolle. Planet, Menschen, Würde.
 
Und nicht zuletzt möchte ich diesen Weg gehen, weil ich die Ideen von „Gemeinschaft“, ökologisch-ländlichen Zusammenleben und auch den Rückgriff auf (manche) alte Ideen und Techniken aufs Verrecken nicht den rechten, nationalistischen Kräften überlassen will, die wieder verstärkt in diese Bereiche drängen. Die Probleme unserer Zeit sind global. Und wessen Antworten Nation, Hautfarbe oder„die Frau in die Küche“ lauten, der hat die Frage nicht verstanden. Wir müssen das Trennen von „wir“ und „die“ überwinden, wenn wir weiterkommen wollen auf unserem kleinen Planeten.
 
 
Zu guter Letzt:
 
Ihr macht mir den Weg leichter gangbar, wenn ihr mich finanziell unterstützt. Gehen werde ich ihn aber so oder so… Wichtiger wäre mir, wenn ihr euch mit den Ideen hier auseinandersetzt und mit Menschen, gern auch mal mit mir…, darüber ins Gespräch kommt. Und wenn ihr dies hier an Menschen in eurem Umfeld weiterleitet. Das wäre klasse.
 
In der Hoffnung, mit meinem „Pfad“ etwas Inspiration hinterlassen zu haben und mit ganz lieben Grüßen
 
      Robert
 
 
PS: Zu den Finanzen sei noch gesagt: Mein Sammelziel entspricht dem Eigenbeitrag (nebenher wird auch die ganze Gruppe gemeinsam etwas Kohle auftreiben), den ich für den Lernpfad aufwende. Ob der hier zusammenkommt, ist nicht so relevant.

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Robert Pauli 
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