
Nothilfe für eine inhaftierte transfem-PoC in DE
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Liebe Community und Mitmenschen,
während ich diesen Aufruf schreibe sitzt R. bereits seit über einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Es gibt Menschen, die immer wieder durch das System "rutschen" oder mit denen mensch sich nicht beschäftigen möchte - weil deren Schicksale zu "kompliziert" seien oder die "Ressourcen" und "Kapazitäten" bei verantwortlichen Fachkräften nicht vorhanden sind.
Dies ist leider bei R. geschehen - sie bekam keine Hilfe von Stellen die angaben für Sie zuständig zu sein. Im Folgenden werde ich versuchen zu schildern was vorgefallen ist und wie ihr R. unterstützen könnt:
Ich lernte R. zum ersten Mal 2022 kennen im Rahmen eines Stammtisches für queere Geflüchtete kennen. R. erzählte mir von Ihrem Alltag als geflüchtete Trans*-Person, von ihren gemachten Erfahrungen in der Unterkunft, von der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und von Ihren Wünschen und Hoffnungen.
Im Herbst 2022 berichtete Sie einige Male von einem Fall schwerer Polizeigewalt gegen Sie, welche jedoch juristisch für die Beamt/-innen ohne Konsequenzen blieb – und Sie stattdessen belangt wurde (Geldstrafe 1.200€, Reinigungskosten für Fahrzeug wurden ihr auch noch in Rechnung gestellt). R. trug schwere Verletzungen davon (ihr wurde Pfefferspray aus kurzer Entfernung ins Auge gesprüht), welche mediznisch behandelt werden mussten – und die Sie ebenfalls selbst tragen musste.
R. identifiziert sich selbst als schwarz und trans* und ist von dem Vorfall stark taumatisiert und depressiv. Mit Coping-Mechanismen wie exzessivem Trinken versuchte Sie mit den Nachwirkungen umzugehen und schädigt sich dabei selbst und macht Ihre Situation noch schlimmer.
Der Klientin wurde gerichtlich eine Betreuerin zur Seite gestellt, welche ihr helfen soll – doch laut R. ist hierdurch alles noch schlimmer geworden, da die Betreuerin wichtige Rechnungen und Unterlagen nicht rechtzeitig weiterleitet und auch eine Reihe von wichtigen Dokumenten R. selbst nicht vorliegen.
Die finanzielle Situation hatte sich soweit verschlimmert, dass die Klientin kein Geld mehr für Lebensmittel hatte. An Ihrem Wohnort war Sie seit ca. 2 Jahren auf einer Warteliste der örtlichen Tafel gelistet und landete auf einer Hierarchie der Bedürftigkeit immer unten. Daher hatte ich Kontakt zu der örtlichen Diakonie aufgenommen, jedoch wollte der Sachbearbeiter schriftliche Nachweise darüber haben, dass die Klientin Opfer von Polizeigewalt wurde – was ja allein aus dem Urteil nicht ersichtlich war, denn dies war sehr tendenziös und ging ausschließlich auf Umstände ein, welche R. diskreditierten („Für ein agressives Verhalten bestand kein Grund“ – laut Aussage unserer Klientin wurde Sie von den Beamt/-innen in abwertender Form als Prostituierte bezeichnet).
Die Organisation damals und auch sonst keine andere Stelle hatten es anscheinend als notwendig erachtet die Darstellung von R. zu dokumentieren, obwohl Sie glaubhaft geschildert hat, was vorgefallen war.
Heute habe ich mit der Anwältin von R. telefoniert. R. braucht Mittel um die Anwaltskosten und weitere Kosten decken zu können. Daher bitte ich euch: spendet (auch kleine Beträge helfen), leitet diesen Aufruf weiter und schreibt an helpforr ät riseup net falls ihr R. unterstützen möchtet.
LG Sof
Frankfurt, den 31.07.2025
Organizer

Sof Mez
Organizer
Frankfurt, Hessen