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Mein nächstes Puzzlestück hat vier Räder
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Ich werde in diesem Monat 56 Jahre alt.
Kein runder Geburtstag. Aber mein Leben hat sich ohnehin noch nie besonders für runde Zahlen interessiert.
Geboren wurde ich 1970. Mein erstes prognostiziertes Ablaufdatum war 1975. Danach wurde es mehrfach verlängert. Mein medizinisches Mindesthaltbarkeitsdatum habe ich inzwischen so oft ignoriert, dass man fast von Vorsatz sprechen könnte.
Mit sechs Monaten wurde bei mir Alpha-1-Antitrypsin-Mangel festgestellt, eine seltene genetische Erkrankung. Heute lebe ich mit einer schweren chronischen Lungenerkrankung und einem Grad der Behinderung von 100.
GdB 100 bedeutet allerdings nicht, dass ich zu 100 Prozent aus Krankheit bestehe. Ich bin immer noch zu 100 Prozent Frank. Mit Meinung, Humor, Plänen und einer Impulskontrolle, die gelegentlich erst nach dem Impuls zur Arbeit erscheint.
Ich bin Vater von drei Söhnen, Partner, Patientenstimme, Menschenübersetzer und jemand, der seine Erkrankung irgendwann zum Beruf gemacht hat. Seit vielen Jahren arbeite ich zwischen Patientenwelt, Medizin, Gesundheitswirtschaft und digitaler Versorgung. Ich spreche Deutsch, Englisch und Patientisch.
Jetzt möchte ich etwas tun, das mir schwerer fällt als jeder Vortrag: andere Menschen um Unterstützung für meinen eigenen Traum bitten.
Warum ein Wohnmobil?
Fliegen kommt für mich wegen meiner Lungenerkrankung, der Belastung und des Infektionsrisikos nicht mehr infrage. Autofahren kann ich dagegen weiterhin.
Damit bleibt mir eine Form von Freiheit, die auf vier Rädern stattfindet.
Andere kaufen sich in meinem Alter vielleicht einen Sportwagen. Ich wünsche mir ein Fahrzeug mit Bett, Toilette und Heizung. Das ist vermutlich die altersgerechtere Eskalationsstufe.
Ein Wohnmobil würde mir ermöglichen, durch Europa zu reisen, ohne ständig gegen meine gesundheitlichen Grenzen planen zu müssen. Ich könnte mein eigenes Bett, meine Medikamente und alles Notwendige dabeihaben. Wenn ein Tag gut ist, fahre ich weiter. Wenn mein Körper anderer Meinung ist, bleibe ich stehen.
Genau diese Freiheit ist mein Traum.
Ich möchte noch einmal das Meer sehen. Kleine Orte entdecken. Menschen besuchen. Morgens nicht genau wissen, wo ich abends sein werde. Und zwischendurch einfach irgendwo sitzen und denken: Da bin ich nun. Medizinische Prognosen später als geplant und mit einer Aussicht, die nicht aus einem Wartezimmerfenster besteht.
Kein Notfall. Aber ein Herzenswunsch.
Ein Wohnmobil ist keine lebensrettende Therapie. Ich befinde mich nicht in einer akuten Notlage. Und ich möchte auch niemandem ein schlechtes Gewissen machen.
Es ist ein Lebenstraum.
Ich weiß nicht, wie meine gesundheitliche Zukunft aussieht. Ich weiß aber, dass der perfekte Zeitpunkt vermutlich nicht eines Morgens klingeln und sich ordentlich ausweisen wird.
Deshalb möchte ich jetzt anfangen.
Gesucht wird kein rollender Palast mit goldenen Wasserhähnen und eigener Postleitzahl. Ich möchte 2027 ein solides, gebrauchtes und technisch geprüftes Wohnmobil kaufen. Zu den geplanten Kosten gehören die unabhängige Prüfung, notwendige erste Wartungsarbeiten, Zulassung, eine vernünftige Grundausstattung und eine Reparaturreserve.
Das gesammelte Geld wird bis zum Kauf nachvollziehbar getrennt verwahrt. Über Fahrzeugauswahl, Kosten und Verwendung werde ich transparent informieren.
Sollte die Summe nicht für einen verantwortbaren Kauf reichen, werde ich nicht aus Begeisterung irgendeine fahrende Tropfsteinhöhle erwerben. Sicherheit und technischer Zustand gehen vor. Über das weitere Vorgehen werde ich dann offen berichten.
Warum ich die Crowd frage
Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, anderen Menschen eine Stimme zu geben, Projekte anzuschieben und Dinge möglich zu machen.
Jetzt geht es einmal um meinen eigenen Wunsch.
Ich bitte nicht um Mitleid. Ich bitte um ein Puzzlestück Freiheit.
Wenn du mich unterstützen möchtest, freue ich mich über jeden Betrag. Wenn du nicht unterstützen kannst oder möchtest, hilft auch das Teilen dieser Geschichte. Das ist kostenlos und verursacht höchstens einen kurzen Daumenkrampf.
Vielleicht entsteht aus vielen kleinen Puzzlestücken am Ende tatsächlich ein Wohnmobil.
Meine Krankheit darf selbstverständlich mitfahren. Sie gehört zu meinem Leben.
Aber ans Lenkrad kommt sie nicht.
Danke, dass du bis hierher gelesen hast.
Frank
Mehr über mich: https://hennemann.org/
