Kreuzotterbiss in Deutschland – Nalas Geschichte

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Liebe Hundefreunde,

zunächst einmal möchte ich mich bei euch allen aus tiefsten Herzen Danken, dass ihr euch die Zeit nehmt, das hier zu lesen.

Denn mir fällt es unglaublich schwer, diesen Text zu schreiben. Nicht nur wegen den, was in den vergangenen Tagen passiert ist, sondern auch, weil ich niemals gedacht hätte, einmal eine GoFundMe-Aktion für einen unserer Hunde erstellen zu müssen.

Hätte man mich vor gerade einmal 72 Stunden noch gefragt, ob ich mir bei einem normalen Spaziergang mit meinen Hunden in Deutschland Gedanken über eine Giftschlange machen würde, hätte ich ziemlich sicher „Nein“ gesagt.
Und hätte man mir gesagt, dass wir wenige Tage später um Unterstützung für die medizinische Versorgung unseres Hundes bitten würden, hätte ich vermutlich ebenfalls, nur gelacht und gesagt: „Nein. Unsere Hunde sind doch versichert.“

Heute weiß ich es besser! Klar, eine Versicherung ist unglaublich wichtig. Aber manchmal passieren innerhalb kürzester Zeit (so viele) Dinge, deren Kosten selbst die eigene Absicherung und die eigenen Rücklagen weit übersteigen.

Aber was ist nun eigentlich passiert?
Eigentlich waren wir mit unseren 3 Hunden auf einer vollkommen normalen Gassirunde. An einem Ort, an dem täglich Menschen mit ihren Hunden unterwegs sind, Pferde geritten werden und Fotografen gerade wieder ihre Heide-Shootings planen. Und eigentlich war unsere Runde schon fast vorbei.

Dann schrie Nala plötzlich auf.

Sie blutete an der Nase und direkt bei ihr sahen wir eine Schlange, eine Kreuzotter!


Mein Mann, Tony reagierte in diesem Moment wesentlich schneller als ich, denn während er sofort sagte, dass ein Biss für einen Hund gefährlich sein kann, war ich tatsächlich noch vergleichsweise ruhig.

Ich wusste es schlichtweg nicht besser. Ich wusste nicht, wie ernst ein Kreuzotterbiss für einen Hund werden kann. Auch wenn ich mich heute schäme es zuzugeben.

Zum Glück haben wir trotzdem sofort angefangen alles zu dokumentieren. Wir fotografierten die Schlange und Nalas Gesicht und konnten zusehen, wie ihre Schnauze innerhalb kürzester Zeit immer weiter anschwoll.
So das wir, sobald wir wieder ausreichend Empfang hatten, unser Tiergesundheitszentrum an riefen, auch wenn dort bereit der Feierabend anstatt. Aber trotzdem wartete das Team auf uns und ich bin ehrlich, ich wüsste nicht was passiert wäre, wäre es anders gewesen.


Denn als wir ankamen, bekam Nala sofort einen Zugang gelegt, wurde erstversorgt und gleichzeitig wurde uns sehr deutlich gesagt: „Fahrt bitte sofort weiter in die Tierklinik nach Rostock, wir melden euch bereits als absoluten Notfall an“

Wir mussten in diesem Moment nicht einmal die Rechnung begleichen, es hieß nur: „Wir schicken euch die Rechnung. Fahrt jetzt.“

Also fuhren wir, mit allen 3 Hunden. Denn um 2 zuhause raus zulassen, blieb keine Zeit mehr.

In Rostock ging, zum Glück alles sehr schnell. Schon weniger Minuten nach unserer Ankunft wurde Nala übernommen, nachdem wir kaum am Empfang angekommen sagten, wer wir sind und die sofort auf Station anriefen, damit Nala sofort abgeholt werden konnte.

Und so kam es auch und wir standen dort. Mit unseren beiden anderen Hunden. Ohne Abendessen für sie, weil selbstverständlich niemand damit gerechnet hatte, den Abend vor einer Tierklinik zu verbringen. Ich schwanger, Tony eigentlich am nächsten Morgen wieder bei der Arbeit und nicht Wissen, ob, wann, wo und wie wir sie wieder sehen würden.

Doch all das war in diesem Moment vollkommen egal. Wir wollten einfach nur wissen, ob unser Hund überleben wird, irgendwann wieder bei uns sein würde und das alles wieder gut werden würde.

Nala wurde stationär aufgenommen und keiner konnte so recht sagen, wie ihr Körper auf das Gift reagieren würde. Ein Gegengift? Schön wäre es gewesen, denn das gibt es leider nicht.

Also bestand unser Alltag seitdem hauptsächlich aus Warten, warten auf den Anruf der Klinik, auf neue Blutwerte und warten darauf, ob die Schwellung endlich zurückgeht.

Doch immer wieder kam die eigentlich gute Nachricht: „Nala befindet sich nicht in akuter Lebensgefahr.“, und gleichzeitig die schlechte, die Schwellung nimmt weiter zu.
Ihr gesamter Fang wurde immer dicker, ihre Lefzen hingen schwer herunter und die Schwellung breitete sich weiter aus.

Bis wir sie gestern endlich besuchen dürften und so schön dieser Moment auch war, umso schwerer ist er zu beschreiben.
Sie saß vor uns, schaute uns an. Sie freute sich, war immer noch unsere Nala und gleichzeitig sah ihr Gesicht überhaupt nicht mehr aus wie das Gesicht unseres Hundes.

Wer Nala vorher kennt und die Bilder danach sieht, versteht wahrscheinlich, was ich meine.


Und dann, nachdem wir uns fast keine Hoffnung mehr machten, sie so schnell wieder zu sehen, kam heute endlich dieser Anruf.
Wir hatten uns innerlich schon darauf eingestellt, dass Nala noch mehr Tage in der Klinik bleiben muss. Doch dann kam die Nachricht: „Nala darf nach Hause.“

Die Schwellung ist noch nicht verschwunden. Sie hat sich inzwischen weiter Richtung Brustkorb verlagert und ihre medizinische Geschichte ist damit noch nicht einfach beendet. Aber ihr Zustand ist stabil genug, dass wir sie zu Hause weiter betreuen dürfen.

Und wir wissen genau: Sollte sich irgendetwas verschlechtern, fahren wir sofort wieder los.
Aber das wir unseren Hund heute wirklich wieder mit nach Hause nehmen dürfen, können wir gerade selbst noch kaum glauben.

Warum dann überhaupt eine GoFundMe-Aktion?
Klar, ist diese Frage vollkommen berechtigt und wahrscheinlich hätte ich sie früher selbst, nur all zu oft gestellt.

Daher direkt vorweg; Unsere Hunde sind versichert.

Das war uns immer wichtig. Für uns soll bei einer medizinisch notwendigen Behandlung nicht zuerst die Frage stehen: „Können wir uns das leisten?“, aber auch Versicherungen haben Grenzen.

Und die vergangenen Wochen waren für uns medizinisch eine Aneinanderreihung von Dingen, mit denen niemand rechnen hätte können.

Denn bereits Anfang Juli, begann für uns und unsere Hunde die Odysee. So musste Nalas Tochter Kiara zunächst wegen einer extrem schweren Magen-Darm-Erkrankung stationär behandelt werden.

Nur kurze Zeit später erlitt sie bei einem ebenfalls völlig normalen Spaziergang eine schwere Tibiafraktur. Es folgten Tierklinik, Operation, Nachkontrollen und weitere Röntgen und Nachsorgetermine stehen noch bevor.


So dass alleine die Behandlungskosten bei Kiara inzwischen bei mehr als 4.000 Euro liegen und wir noch lange nicht am Ende mit ihrer Verletzung sind.

Und dann kam Nala, die nach unserem aktuellen Stand bei bisherigen Behandlungskosten von 2.700 Euro liegt.

Dazu kommt ihre weitere Nachsorge. Wir wissen heute noch nicht genau, welche Kontrollen, Medikamente oder weiteren Behandlungen in den kommenden Tagen, Wochen und Monate notwendig sein werden.

Und wie Kiara ist auch Nala ebenfalls versichert.
Allerdings ist die Leistung unserer Versicherung bei einem Krankheitsfall (und ab 14 Tage nach einer OP) auf 2.000 Euro begrenzt, zusätzlich haben wir eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent.

Und irgendwann kommt selbst mit Versicherung und den bisher vorhanden Rücklagen der Punkt, an dem man sich eingestehen muss:
„Wir können das gerade nicht mehr komplett alleine schaffen.“, so weh mir dieser Satz auch fällt. Vielleicht sogar schwerer als vieles andere in diesem Text.

Aber ich glaube, dass ich in den vergangenen Tagen zwei Dinge gelernt habe.

Das erste: Ja, es gibt Giftschlangen in Deutschland, deren Biss für einen Hund sehr gefährlich werden kann.

Und das zweite: Man muss sich nicht dafür schämen, um Hilfe zu bitten.

Und genau deshalb bitten wir euch jetzt um Unterstützung.
Wir möchten Nala auch nach ihrer Entlassung genau die medizinische Versorgung ermöglichen, die sie gerade jetzt dringender den je braucht.

Die Spenden verwenden wir für ihre entstandenen Behandlungskosten, ihre weitere Nachversorgung, Kontrolluntersuchungen, Medikamente und alles, was medizinisch im Zusammenhang mit diesem Kreuzotterbiss noch notwendig sein wird.

Dabei möchten wir so transparent wie möglich sein. Gerade und vorallem auf unserem Instagram-Account „Aussies von der Wolfsschlucht“, aber bestmöglich auch hier werden wir euch weiterhin zeigen, wie es Nala geht, welche Kosten tatsächlich entstanden sind und was genau von unserer Versicherung übernommen wird.
Die endgültige Rechnung aus der Tierklinik und unseren aktuellen Kostenstand werden wir nach Nalas Abholung ebenfalls transparent ergänzen.

Und was wir wenn doch mehr zusammenkommt, als Nala benötigt?
Dann möchten wir dieses Geld nicht einfach für uns behalten.

Sobald Nalas Behandlung und Nachsorge abgeschlossen sind und feststeht, welche Kosten tatsächlich entstanden sind, möchten wir einen möglichen verbleibenden Überschuss an regionale Tierheime beziehungsweise Tierschutzorganisationen weitergeben.

Welche Einrichtungen wir unterstützen, möchten wir gemeinsam mit unserer Community auswählen und natürlich ebenfalls transparent zeigen.

Den Teams unseres Tiergesundheitszentrums und der Tierklinik Rostock möchten wir unabhängig davon auch persönlich noch einmal Danke sagen. Denn ohne diese Menschen könnten wir Nala heute vielleicht nicht wieder nach Hause holen.

Und wenn ihr nicht spenden könnt oder möchtet?
Dann könnt ihr uns trotzdem helfen.

Teilt Nalas Geschichte, denn genau das ist etwas, das mir inzwischen unglaublich wichtig geworden ist.

Ich wusste nicht, wie gefährlich ein Kreuzotterbiss für einen Hund werden kann. Und ich bin ganz ehrlich ich hätte wahrscheinlich zunächst beobachtet.
Tony war es, der es „besser“ wusste und rückblickend bin ich ihn unendlich dankbar dafür.

Deshalb meine Bitte an jeden Hundehalter: Wenn euer Hund möglicherweise von einer Schlange gebissen wurde und ihr euch unsicher seid, lasst ihn tierärztlich untersuchen.
Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Wir werden uns auf unserem Instagram-Account in den kommenden Wochen auch weiter mit dem Thema beschäftigen, unsere Erfahrungen teilen und „fachlich“ darüber aufklären, was wir inzwischen gelernt haben. Nicht, um Angst vor Schlangen zu machen, sondern weil Wissen in so einer Situation einen Unterschied machen kann.

Und vielleicht noch etwas:
Schätzt die Zeit mit euren Hunden.
Eine vollkommen gewöhnliche Gassirunde kann innerhalb weniger Sekunden alles verändern.

Nala ist gerade einmal 5 Jahre alt (Kiara 2,5 Jahre alt) und wollen, dass sie noch viele Jahre vor sich hat. Wir wollen Kiara wieder rennen sehen und möchten, dass unser Kind mit diesen Hunden aufwachsen darf, die für uns schon so lange Familie sind.

Vielleicht schauen wir irgendwann auf diese Wochen zurück und können sagen:
Es war verdammt viel, Ja, aber wir haben es gemeinsam geschafft.

Danke an jeden, der uns unterstützt.
Danke an jeden, der diese Aktion teilt.
Danke an jeden, der Nalas Geschichte weitererzählt.
Und danke an alle Menschen, die in den vergangenen Tagen dafür gesorgt haben, dass wir heute genau diesen einen Satz sagen dürfen: Nala kommt nach Hause.

Daniela & Tony
mit Nala, Kiara und Soraya
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Daniela Karoline Mielke
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Schwerin
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