Kenans Chance auf einen (unfreiwilligen) Neuanfang

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Kenans Chance auf einen (unfreiwilligen) Neuanfang

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Hallo, mein Name ist Nina. Heute möchte ich Geld für einen Herzmenschen sammeln. Kenan begleitet mich seit meiner Jugend. Gemeinsam wuchsen wir in einer Siedlung, welche den Stempel "sozialer Brennpunkt" wohl verdient, auf. Seine Kindheit war geprägt von häuslicher Gewalt auf allen Ebenen, Heimaufenthalten usw. Früh auf sich alleine gestellt. Früh in Schubladen gesteckt. Früh für all diese Emotionen und Belastungen das falsche Ventil gewählt.
Ich möchte direkt klarstellen, dass ich keine seiner (lange in der Vergangenheit liegenden) Straftaten bagatellisieren oder gut heißen möchte. Das tue ich nicht, das tut er nicht. Er hat immer die volle Verantwortung übernommen und die Konsequenzen getragen.
Schließlich trat er im Rahmen seiner letzten Verurteilung eine Therapie nach Paragraph 64, Maßregelvollzug an. Über Jahre hat er sich dort im Rahmen dieser Maßnahme intensiv mit sich auseinandergesetzt und die "Maßnahme" erfolgreich beendet.
Leider war sein Aufenthaltsstatus schon länger unklar bzw die Abschiebung stand im Raum.
Ich weiß diese Thematik erhitzt vor Allem aktuell die Gemüter, ich möchte hier auch keine Grundsatzdiskussion anzetteln, sondern aus meiner Sicht von diesem einen Fall berichten und um Hilfe bitten.
Er hat aufgrund dessen im letzten Jahr auch keine Arbeitserlaubnis erhalten, konnte sich weder Geld für die drohende Ausreise ansparen, noch sonst irgendetwas. Dennoch blieb er straffrei.
Eine taffe Anwältin nahm sich seiner an (da es auch ihrer Meinung nach in der gesamten Geschichte einige Ungereimtheiten gab/gibt) und vertritt ihn seither UNENTGELTLICH mit vollem Einsatz. Es war ein auf und ab, die ganze Geschichte ist so perplex und schwer zu verstehen, dass ich versuche es so einfach wie möglich zusammenzufassen.
Er ist mittlerweile Vater geworden, leider zerbrach die Liebe und die Kindsmutter zog aus familiären Gründen ziemlich weit weg...
Er ist hier in Deutschland geboren (spricht nicht mal fließend türkisch).
Er wollte sein Leben ändern, wollte arbeiten, wollte seine Vergangenheit hinter sich lassen.
Warum er sich im Leben nicht früher um die deutsche Staatsangehörigkeit gekümmert hat? Mit dem Status "Systemsprenger" von klein auf nicht so einfach wie manch einer denkt.
Obwohl ein Urteil bzw die dazugehörige Verhandlung noch aussteht, wurde er am 28.5. in seiner Wohnung festgenommen, in Fußfesseln der Richterin vorgeführt und trotz aller Versuche seiner Anwältin, bis zur eigentlichen Verhandlung (amderes Gericht, andere Ebene) auf freiem Fuß zu bleiben, wurde er direkt in die JVA Eichstätt gebracht = Abschiebegewahrsam. Seitdem ignoriert das zuständige Gericht seine Anwältin und ein Ticket für den 16. Juni besteht bereits.
Die Zeit rennt also.
Die wohl unkomplizierteste Lösung wäre gewesen, den Wehrdienst dort anzutreten, was aufgrund starker Verbrennungen und daraus resultierender Bewegungseinschränkung des Armes, so nicht möglich ist.
Er kann für lediglich ein paar Tage beim Schwiegervater seiner Schwester (welche ebenfalls in Deutschland geboren ist und lebt) unterkommen, ehe er mittellos mit bestehender Sprachbarriere auf sich alleine gestellt ist. Er hat Aussicht auf eine Arbeit, es ist nur schwer, aus einer JVA heraus seine Zukunft in einem anderen Land, verbindlich zu regeln.
Ich bitte Euch von Herzen, wer ein paar Euro übrig hat - helft ihm, dort Fuß fassen zu können, sich die erste Zeit über Wasser halten und überbrücken zu können bis Arbeit gefunden ist.
Ich kenne ihn so viele Jahre schon, so viele Gefühlsstürme über habe ich ihn im Arm gewogen, so viele Begegnungen in unserer Siedlung in denen das Leid und die Angst aus seinen Augen schrie.
Er mag Vieles falsch gemacht haben, doch er ist kein schlechter Mensch!
Der Zeitpunkt für eine Abschiebung scheint mir persönlich (!) fragwürdig, gerade jetzt, wo er eine RESOZIALISIERUNGSMAßNAHME erfolgreich abgeschlossen hat. Aber darum geht es hier ja gar nicht.
Es geht darum, einer guten Seele bei einem auferlegten Neustart unter die Arme zu greifen.
Wichtige Info zum Schluss: Das gesammelte Geld wird auf mein Konto ausgezahlt werden, da er nach seiner Entlassung kein eigenes Konto hatte. Ich werde den Geldtransfer an ihn selbstverständlich dokumentieren.

Update:
Von Herzen Danke an alle bisherigen Spender - die Beträge wurden etappenweise auf mein Konto ausgezahlt und wir hatten noch die Möglichkeit ihm eine Tasche mit Kleidung und eben dem Geld in die JVA zu bringen. Denn tatsächlich hat kein Flehen, keine Top Anwältin verhindern können, dass er heute abgeschoben wurde.
Er kam vorübergehend bei seinem Cousin, dessen Frau und dem gemeinsamen Kind in einer sehr kleinen Wohnung unter. Doch das ist absolut keine Dauerlösung und um die Kaution sowie erste Miete bezahlen zu können und dann zeitnah einer ihm in Aussicht gestellten Arbeit nachzugehen, wäre es wirklich so wundervoll, wenn der ein oder andere noch ein paar Euro beisteuern könnte. Er hatte vorab schlichtweg nicht die Möglichkeit sich finanziell auf diese drastische Lebensveränderung vorzubereiten, da er nicht arbeiten durfte.
Wir danken Euch von Herzen, mehr als Ihr es je erahnen könntet.


Hello, my name is Nina. Today, I want to raise money for someone very close to my heart.

Kenan has been part of my life since my teenage years. We grew up together in a neighborhood that very much deserved the label of a “social hotspot.” His childhood was marked by domestic violence at every level, time spent in institutions, and the reality of being left to fend for himself far too early. From an early age, he was put into boxes, misjudged, and unfortunately chose the wrong outlets to cope with all the emotional burdens he carried.

Let me be absolutely clear from the start: I am not trying to minimize or excuse any of the crimes he committed — all of which lie far in the past. I don’t excuse them, and neither does he. He has always taken full responsibility for his actions and faced the consequences head-on.

Eventually, as part of his most recent sentence, he underwent a court-ordered therapy program under Section 64 of the German Penal Code (a psychiatric measure). Over the course of several years, he deeply confronted his issues and successfully completed the program.

Unfortunately, his legal residency status had been unclear for quite some time, and the threat of deportation was always looming.

I know this is a heated and complex topic, especially at the moment. But I’m not here to start a political debate. I simply want to share this personal story and ask for help.

Because of his status, he was not granted a work permit in the past year. He was unable to save up money for a possible deportation or prepare in any meaningful way. Still, he stayed out of trouble.

A committed and tough lawyer took on his case free of charge, believing (as I do) that there were and still are serious inconsistencies in his legal situation. She’s been fighting for him ever since.

It’s been an emotional rollercoaster. The story is so complex and sometimes absurd, that I’m trying to explain it as simply as I can.

Kenan recently became a father. Unfortunately, the relationship with the mother didn’t last, and she had to move far away for family reasons.

He was born here in Germany — he doesn’t even speak fluent Turkish.

He wanted to turn his life around. He wanted to work. He wanted to leave his past behind.

Why didn’t he apply for German citizenship earlier? Because being labeled a “system-smasher” (a troubled youth constantly moved through institutions) from childhood makes it far more complicated than people assume.

Although one case against him is still pending — the trial hasn’t even happened yet — he was arrested in his apartment on May 28th, brought before the judge in ankle cuffs, and immediately transferred to JVA Eichstätt, a detention center for deportation. His lawyer did everything in her power to keep him free until the trial — at a different court and on a different level — but was unsuccessful. Since then, the responsible court has been ignoring her, and a deportation ticket for June 16th had already been issued.

Time is running out.

One seemingly easy solution would have been for him to serve military duty in Turkey. But that’s impossible due to severe burn injuries he sustained earlier in life, which left him with limited mobility in one arm.

He can stay for a few days with the father-in-law of his sister (who, like him, was born and raised in Germany), but after that, he’ll be completely on his own — penniless and without fluent language skills in a country he barely knows.

There is hope: he already has a job prospect. But organizing a future from within a detention center is incredibly difficult.

So I’m asking from the bottom of my heart — if you have even a few euros to spare, please help him. Help him get a foothold, bridge the initial weeks, and keep his head above water until he can start working.

I’ve known him for so many years. I’ve held him through emotional storms. I’ve seen the pain and fear in his eyes in countless encounters in our neighborhood.

He has made mistakes. But he is not a bad person.

Personally, I find the timing of this deportation deeply questionable — especially now, right after he completed a rehabilitation program successfully.
But that’s not what this is about.

This is about extending a hand to a kind soul who is being forced to start over.

Important note:

The donated funds will be paid out to my personal account, as he had no bank account of his own after release. Of course, I will document the transfer of all money to him transparently.


Update:

From the bottom of our hearts, thank you to everyone who has donated so far. The donations were paid out to my account in stages, and we were able to bring him a bag with clothes and some money to the detention center.

But sadly, despite all pleas — and even his top lawyer — nothing could prevent today’s deportation.

He is now temporarily staying with his cousin, his cousin’s wife, and their child — in a very small apartment. But this is not a long-term solution.

To cover a rental deposit and the first month’s rent, and to be able to take up the job opportunity he has lined up, it would be incredibly helpful if anyone could contribute just a few more euros.

He simply had no chance to financially prepare for such a drastic life change, as he wasn’t allowed to work.

We thank you — more than words could ever express.

Co-organizers2

Nina Berg
Organizer
Kaufbeuren, Bayern
Michael Hoefle
Co-organizer

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