
Hilfe für Prozesskosten für Betroffene sexualisierter Gewalt
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Hallo, ich bin Esther und war vor drei Jahren bei einer Blutabnahme in einer Arztpraxis von einem Arzthelfer sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Ich habe den Vorfall angezeigt und das Verfahren wurde eröffnet. In der ersten Instanz wurde der Angeklagte verurteilt. Das Urteil erkannte an, dass die „unsittlichen“ Berührungen während der Blutabnahme, die ich geschildert habe, stattgefunden haben.
Doch in der zweiten Instanz wurde dieses Urteil aufgehoben. Begründet wurde das damit, man könne dem Angeklagten keine Absicht nachweisen – obwohl unangemessenen Aussagen ("Ob ich einen Freund habe", "Ob es mit ihm langweilig sei", und dass er "mich mal massieren könnte") dem Vorfall unmittelbar vorausgingen. Eine Therapeutin, zwei Polizeibeamte und mein Umfeld bestätigten meine Glaubwürdigkeit. Dennoch lautete das Fazit des Gerichts: Es sei nicht ausgeschlossen, dass alles „ein Versehen“ gewesen sei – es sei sozusagen möglich, dass dem nun Freigesprochene „versehentlich“ die Hand beim Blutabnehmen über meinen halben Körper „ausgerutscht“ sei. Ich hätte dies falsch eingeordnet,
obwohl meine Glaubwürdigkeit von zwei Polizeibeamten und einer Therapeutin bestätigt wurde, obwohl der Angeklagte mutmaßlich wegen Bedrohung seiner Ex-Frau bereits polizeibekannt ist.
Dieses Urteil sendet eine furchtbare Botschaft: Dass sexualisierte Gewalt als „Missverständnis“ abgetan werden kann. Dass es offenbar in Ordnung ist, wenn ein Mann so etwas tut: sein Wort wiegt schwerer als das der Frau. Es zeigt mir, wie oft Frauen in solchen Verfahren nicht geglaubt wird – selbst dann nicht, wenn die Aussagen von Fachpersonen gestützt sind.
Für mich ist dieses Urteil ein erneuter Schlag ins Gesicht. Noch belastender ist aber, dass ich nun für die gesamten Prozesskosten beider Instanzen aufkommen muss – insgesamt über 1500 €. Ich befinde mich aktuell im Referendariat für das Lehramt und kann diesen Betrag mit meinem Gehalt nicht stemmen.
Ich habe diesen Weg der Anzeige gewählt, weil ich nicht schweigen wollte – obwohl ich wusste, dass es Kraft kostet. Es war mir wichtig, für meine Würde einzustehen. Dass ich jetzt auch noch finanziell belastet werde, trifft mich hart.
Wenn du mich durch eine Spende unterstützen möchtest, bedeutet mir das sehr viel. Jeder Beitrag hilft.
Vielen Dank.

