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Liebe Freund:innen,
Liebe Unterstützende,
im Jahr 2020 habe ich eine sexuelle Belästigung angezeigt. Ein Kommunalpolitiker hatte meinen Po angefasst. Das in der Folge geführte Ermittlungsverfahren wurde durch die Staatsanwaltschaft Lübeck gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Dieser „Deal“ bedeutete für den Mann: er wurde nicht verurteilt.
Jetzt, fünf Jahre später, soll ich verurteilt werden. Mir soll verboten werden, über diesen Vorgang öffentlich zu reden. Der Mann hat beim Landgericht Lübeck einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung eingereicht. Dabei gibt er zu, dass er mich angefasst hat, will mir aber untersagen, dies öffentlich zu thematisieren. Nicht darüber sprechen zu dürfen, würde für mich als Opfer einen Maulkorb bedeuten, den ich nicht tragen möchte.
Deshalb werde ich mich wehren – und dazu brauche ich eure Hilfe!
Ein Gerichtsverfahren kostet Geld und als getrennterziehende Mutter habe ich davon gerade nicht viel übrig. Sollte ich das Verfahren verlieren und in die zweite Instanz müssen, kommen Kosten in Höhe von über 10.000 € auf mich zu.
Ich würde es für ein fatales Signal halten, Opfern von sexuellen Belästigungen gerichtlich zu verbieten, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Überhaupt Worte dafür zu finden, nach und nach die Scham abzubauen, die Schuldumkehr von mir abzustreifen, all das hat mich sehr viel Kraft gekostet und kostet es noch heute.
Wenn ihr mir helfen könnt, freue mich über jede Spende. Wenn ich das Verfahren gewinne (hoffentlich!), gehen die Spenden nach einer öffentlichen Abrechnung an den Frauennotruf Lübeck, dessen Mitarbeitende viele Male für mich da waren.
Im Voraus ein DANKE von ganzem Herzen.
Ich kann Euch alle hinter mir fühlen.
Ihr seid mir eine Stütze, jeden Tag.
Euer Mitfühlen und die Kraft, die ihr mir sendet, gibt mir immer wieder Hoffnung.
DANKE.
Eure Sophie




