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Hilfe mit Anwaltskosten
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Shalom & gud Shabbos
November 2025 war ich bei der N*va Ausstellung in Berlin. Auf dem Rückweg gab es eine unangekündigte Gleisänderung und ich habe meinen vorletzten Prignitz-Express verpasst. Wegen einem Wadenmuskelriss hatte ich bestialische Schmerzen im Bein. War nervlich am Limit.
Ähnlich ungehalten wie andere Reisende bin ich zur Information gegangen, um Lösungen zu finden, da es schon spät und Züge in die Pampa rar waren. Da war ich zwar nicht unfreundlicher als andere, aber entweder war ich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, oder aber dem Mitarbeiter gefiel etwas anderes an mir nicht, jedenfalls verweigerte er nur mir die Mitfahrt im Ersatz-Taxi, in dem noch Platz gewesen wäre.
Nach einer Diskussion, bei der er mir keine plausiblen Gründe dafür nennen konnte, konnte ich es mir nicht anders erklären und sagte "Okay, Judenfeind". Ich hatte nämlich das hier an:
Und leider ist es einfach so, dass wir uns bei jeder Feindsligkeit und jeder Ablehnung seit jenem Tag vor 2,5 Jahren und dem Anstieg von Antisemitismus fragen müssen, ob es an unserer Identität liegt. Und ich war sowieso schon überreizt von der Ausstellung, dem Reisestress etc. Hätte ich die Klappe halten sollen? Ja. Waren die Konsequenzen abzusehen? Eher nicht.
Darauf wurde der Mann so wütend, dass er von 2 Sicherheitsbeamten von mir ferngehalten werden musste. Wir haben uns eine Weile gegenseitig beleidigt und angebrüllt, ich habe auf die "scheiß Reichsbahn" geschimpft, selbiger Bahn Bomber Harris an den Hals gewünscht etc., und ich bin keineswegs stolz auf manche meiner Äußerungen. Ich arbeite an meinem Anger Management.
Aber als ich mich wieder beruhigt hatte und zum Bahnsteig für meinen letzten Prignitz-Express gehen wollte, wurde ich von 2 Polizisten angehalten, die mir "rassistische und antisemitische Äußerungen" unterstellten.
Hä?
Ich bin nicht wissentlich rassistisch und hätte auch einem Ausländer gegenüber keine rassistischen Äußerungen gemacht. Bin selbst Ausländerin und 2017 erst aus Israel eingewandert. Mein Gegenüber gab mir KEINEN Grund zur Annahme, Migrationshintergrund zu haben. Er sah aus wie Jens Spahn von Wish. Meine verbalen Engleisungen galten voll und ganz der DB. Antisemitische Äußerungen gab es erst recht keine. Weil, duh. Jedenfalls verpasste ich meine letzte Direktverbindung und aus 2 wurden 7 Stunden Heimfahrt. Strafe genug, eigentlich.
Am 15.2. erhielt ich eine Belehrung, dass ich wegen Beleidigung angezeigt wurde. Genau gesagt soll ich "Judenschwein" gesagt haben. Hinterher wurde mir erst bewusst, wie perfide und arglistig diese Lüge wirklich war, denn wer "Judenfeind" genannt wird, muss erklären, wieso. "JudenSCHWEIN" hingegen bringt MICH in Erklärungsnot. Ich schickte ein ausführliches Protokoll des "Tathergangs" und meiner tatsächlichen Äußerugen zurück mit der ausdrücklichen Forderung eines Pflichtverteidigers und dass man meinen Therapeuten, den ich von der Schweigepflicht entband, als Zeugen lädt, weil der bestätigen kann, dass sich bei mir wegen dem Trauma des Oktobertages damals, dem Dauerhass seitdem, und alten Leiden (K-PTBS, PTBS, BPD, ADHS, ASD, Angststörung) hoher Stress etc durchaus in explosiver (verbaler) Wut entladen kann, die aber nicht ernstzunehmen ist.
Ich bekam keinen Anwalt gestellt und mein Therapeut wurde nicht kontaktiert. Ich hörte nichts mehr und dachte, es steht Aussage gegen Aussage und das Verfahren wurde eingestampft.
Bis am 13.5. der Strafbefehl kam. Jetzt soll ich zwar nicht mehr "Judenschwein" gesagt, dafür gegen "nicht-Deutsche" gehetzt haben. Wie man auf diese Idee kam, wurde nicht erläutert.
Jedenfalls werde ich hier praktisch als Neo-Nazi dagestellt, weil ich die DB und einen "mutmaßlich biodeutschen" Mitarbeiter beschimpft habe, und zu entweder 900 Euro oder aber Knast verurteilt.
Die "Zeugen" waren 2 Polizisten, die erst hinzukamen, als ich mich längst wieder beruhigt hatte. Die können also gar nicht bezeugen, was ich gesagt haben soll. Aber das sind halt Polizisten. Automatisch glaubwürdig, und ich bin nur die Spinnerin, die in der Bahnhofshalle rumbrüllt.
Nicht nur kann ich mir die 900 eh nicht leisten, ich bin auf Bürgergeld angewiesen und arbeite an meiner Selbstständigkeit als Künstlerin (Manga-Autorin genau gesagt), aber in mein Gewerbe musste ich erstmal investieren, und das rächt sich gerade in einem Ausmaß, dass mein Konto dreistellig überzogen ist. Warenproduktion, Messestände, Etsy-Gebühren etc. Die Familie kann mir nicht helfen.
Und ich bin niemand, der eine Kombination aus Monotonie, Stress, Entrechtung und fehlender Privatsphäre psychisch überlebt. Außerdem ist meine Mutter pflegebedürftig, ihr Bauernhof sowieso. Mein kranker alter Kater Piichen (rechts) hat einen inoperablen Schilddrüsentumor und seinen letzten Weg soll er nicht allein gehen (er hat panische Angst vor allen außer mir, meine Mutter kann mich also nicht ersetzen). Auch kann ich meiner Mutter nicht unsere ganzen Tiere allein zumuten. Geld für Haushilfe ist keins da.
Das Strafmaß ist nur so hoch, weil mir Äußerungen unterstellt werden, die es rechtfertigen würden, während meine tatsächlichen Äußerungen vielleicht eine Bewährungsstrafe oder ein kleines Bußgeld nach sich gezogen hätten. Während ich also bereit bin, für meine wirklichen Worte und Taten geradezustehen, ist nicht einzusehen, mein Leben und das meiner Mutter effektiv ruinieren zu lassen wegen Dingen, die ich NICHT gesagt habe.
Das Ganze wirkt wie eine Kollektivstrafe für Gil Ofarim. Dem werfe ich übrigens nichts vor. Ein Jude müss Mist bauen können, ohne dass sich das auf alle Juden auswirkt.
Ich brauche jedenfalls dringend einen Anwalt und bin auf Hilfe für dessen Finanzierung angewiesen. Nach einigem Rumtelefonieren, scheinen die Kosten sich auf mehr als 1000 Euro zu belaufen. Meine Frist für Widerspruch läuft in 10 Tagen bz dem 25.5.2026, ab.
Kurz: ich schnorre nicht gern, aber in dieser Situation sehe ich keinen anderen Ausweg und bin für jede Hilfe sehr dankbar!
