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Hallo, mein Name ist Jasmin und ich möchte euch hier erklären, warum mein Vater und der meiner beiden Geschwister sowie Opa von drei Enkelkindern, liebevoller Ehemann und großer Hundefreund es mehr als verdient hat, eine würdevolle Beerdigung zu bekommen.
Selbstlos, treu, der perfekter Vater und Ehemann – hört sich nach einem Klischee an, aber genauso warst du.
Geboren am 05.03.1964. Dein Name, so besonders wie du: German.
Dein leiblicher Vater verließ dich und deine zwei Brüder, als du erst sechs warst, deine Mutter hatte eine Wirtschaft und sehr zu kämpfen. Seit dem 15. Lebensjahr warst du auf dem Bau tätig, gelernt hast du Pflasterer.
Deine einzige und große Liebe hast du bereits im Alter von 12 Jahren kennengelernt. Es war sehr schwierig, aber schließlich habt ihr doch zusammengefunden. Du warst erst 17, ebenso wie deine künftige Frau, als sie bereits beim ersten Mal schwanger wurde. Du warst damals noch in der Lehre, die familiären Umstände waren schwierig, doch du entschiedst dich für deine große Liebe und dein Kind und wurdest mit 18 Jahren das erste Mal Papa.
Mit 23 hattest du dann bereits zwei Töchter und einen Sohn. Letzterer machte in den ersten Lebensjahren dir und deiner Frau große Sorgen, kam krank zur Welt, benötigte Operationen und verbrachte die ersten Lebensjahre viel Zeit im Krankenhaus. Deine Töchter waren aber auch nicht immer einfach: Deine älteste Tochter hatte schon im Alter von sechs Jahren mit Ängsten und Panikattacken zu kämpfen, auch die mittlere Tochter benötigte viel Zuwendung.
Drei der Firmen, für die du gearbeitet hast, mussten Insolvenz anmelden. Geldprobleme, drei kleine Kinder zu Hause – doch du hast es uns niemals spüren lassen. Egal was war, du warst immer geduldig, liebevoll und hilfsbereit. Das Wichtigste war bis zuletzt: Meiner Familie soll es gut gehen. Sie alle sollen sich keine Sorgen machen müssen. Selbst im Krankenhaus, als es dir schon gar nicht gut ging, war das für dich das Wichtigste.
Wer auch immer nach Hilfe gefragt hat – du hast niemals auch nur nachgefragt, sondern geholfen, ohne jemals eine Gegenleistung auch nur im Hinterkopf zu haben. Es gibt keinen Menschen, der dir je begegnet ist und nicht davon überzeugt ist, dass du ein wundervoller Mensch warst. Ein Mensch, der einen noch an das Gute im Menschen glauben lässt. Nicht nur für deine Frau und Kinder, sondern für alle.
Mit 15 Jahren hast du deine Lehre auf dem Bau begonnen als Pflasterer. Im Alter von 62 Jahren hattest du somit weitaus mehr als 45 Jahre auf dem Buckel. Auch dafür hatten alle, die dich gekannt hatten, mehr als nur Respekt. Schnee, Regen, über 30 Grad – du hast auf der Baustelle geackert und dich gleichzeitig um deine kranke Frau, Haus, Garten und natürlich vor allem auch um deine Hunde gekümmert. Denn neben deiner Familie hattest du ein enorm großes Herz für Hunde aus dem Tierschutz, vor allem für Podencos und Bodegueros, Hunde, die zu den großen Vergessenen gehören.
Deine geliebte Mutter hast du verloren, als sie erst 55 Jahre alt war. Du warst damals selbst erst knapp 30 Jahre alt, deine älteste Tochter gerade 10, dein jüngstes Kind erst gut fünf Jahre alt. Auch das hast du versucht vor allen zu verbergen. Es beschäftigte dich jedoch ein Leben lang, vor allem nachdem du selbst 55 Jahre alt geworden bist. Du hattest jedoch selbst nicht Angst vor dem Tod, sondern vor allem davor, was es für die Menschen bedeutet, die dir wichtig sind. Immer selbstlos, bis zum Schluss.
Obwohl du immer schwer körperlich gearbeitet hast, warst du immer sehr gesund. Mit über 60 noch immer täglich auf der Baustelle, niemals krank, immer pflichtbewusst. Du hättest es vermutlich auch tatsächlich bis 67 durchgezogen, doch deine Frau und Kinder haben gesagt, es sei genug. Du hast genug getan, Abzüge in der Rente – egal, bekommen wir doch alles hin. Du hast endlich mal darauf gehört, warst bereit die Verantwortung abzugeben, darauf zu vertrauen, dass dein Lebenswerk – Haus, Hunde, Familie – bestehen bleiben wird, wenn du endlich wohlverdient in den Ruhestand gehst.
Wir feierten am 05.03.2026 deinen 62. Geburtstag. Kurz darauf hattest du Rückenschmerzen. Nach knapp 50 Jahren auf dem Bau sollte das doch niemanden verwundern. Schmerzmittel hast du nie genommen, selbst beim Zahnarzt hast du dir Wurzelbehandlungen ohne Betäubung machen lassen, weshalb auch alle davon ausgegangen sind, dass dein Magen sie nicht verträgt und dir deshalb übel war. Vor allem die Rückenschmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Etliche Versuche bei den Ärzten Hilfe zu bekommen – es war nicht einfach… Dann endlich ein Arzt, der genauer hinsah. Krankenhaus, Untersuchungen, dann die niederschmetternde Diagnose: Krebs, Metastasen im ganzen Körper. Aber es wurde noch Zeit versprochen, keine Heilung, aber Zeit.
Deine Familie hat alles dafür getan, dass du wieder nach Hause kommen kannst – zu deiner Familie, zu deinen Hunden, die du liebevoll als deine Kinder bezeichnet hast, nach Hause kommen zu können, um noch einmal auf einem Liegestuhl in deinem Garten liegen zu können, umgeben von deiner menschlichen Familie und von deiner Coco, deinem Clyde sowie deinen „Enkelhunden“ Kira, Red und Dobby. Es waren vor allem sie und dein Garten, die du noch einmal sehen wolltest.
Leider ging alles viel zu schnell, obwohl sich alle bemüht haben…
Wir haben mit dir darüber noch geredet. Du warst motiviert, voller Hoffnung, nach Hause kommen zu können. Uns war klar, das würde viel Organisation und Arbeit bedeuten, aber wir alle waren mehr als bereit dafür. Mehr noch, wir hatten mit der Organisation schon alle begonnen. Wir haben dir gesagt und versichert, dass es jetzt an uns ist, uns um dich zu kümmern. Du hast dich immer um uns gekümmert, auf eine Art und Weise, wie sie niemand besser hätte machen können. Haben dir versichert, dass du nun der absolute Mittelpunkt unser aller Leben bist. Es sollte nur noch darum gehen, dass es dir so gut wie möglich geht und du alles bekommst, was du dir wünschst.
Nur wenige Stunden vor deinem Tod hatten wir noch darüber gesprochen. Das Arztgespräch war vernichtend, aber es gab noch Optionen, dein Tod akut noch kein Thema. Am nächsten Tag sollte eine Bestrahlung erfolgen, die Hoffnung, der Haupttumor würde dadurch kleiner werden und, dass eine palliative Chemotherapie dir noch etwas Zeit verschaffen könnte.
Du warst motiviert, optimistisch, hast gesagt, dass du noch möglichst viel Zeit mit uns allen verbringen möchtest. Wir haben uns verabschiedet, dir viel Kraft gewünscht für den nächsten Tag, du warst so optimistisch …
Einige Stunden später der Anruf.
Du bist still und leise im Schlaf gestorben. Nur einen Tag vor deinem 43. Hochzeitstag… Nur 4 Tage nach Vatertag…
Nicht nur wir, sondern sogar die Ärzte waren geschockt.
Du selbst hast dich immer hintenangestellt. Wenn man dich gefragt hat oder es mal Thema war, wie du beerdigt werden willst, hast du nur gemeint: verscharrt mich im Garten, dann kann dort sein, wo ich am glücklichsten war.
Eigentlich wollte man diese Seite für dich einrichten, damit wir dich bestmöglich in deinem Zuhause pflegen und betreuen können, damit du noch schöne Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre haben kannst. Hatten wir doch die Hoffnung, dass die palliative Behandlung dir noch Zeit verschafft und vielleicht sogar deinen körperlichen Zustand noch für einige Zeit stabilisieren kann…
Nun, wir konnten dich nicht nach Hause holen. Aber wir wollen dich deiner würdig verabschieden können. Es gibt so viele Menschen, denen du wirklich viel bedeutet hast und die sich von dir verabschieden wollen…






