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✨ Lauras Krankheit
Laura ist während ihrer Krankheit einmal durch die Hölle gegangen. Und wieder zurück. Nach über vier Monaten Krankenhaus, Intensivstation, Dialyse, künstlichem Koma, Beatmung, Delir, erneutem Koma – hat ihr Körper am Ende kapituliert. Und wer den Weg mitverfolgt hat, der kann das verstehen.
Laura hatte im Januar zuerst 14 Tage lang Kopfschmerzen und dann einen Schlaganfall. Es folgte eine Autoimmunerkrankung, die ihre Nieren zerstörte und eine schwere Lungenentzündung - beides ausgelöst durch die Autoimmunerkrankung, intensivmedizinische Maßnahmen, 3x künstliches Koma mit anschließendem Delir und temporärem Verlust des Sprechvermögens, ein multiresistenter Keim, eine Sepsis, Chemotherapie, eine CMV-Reaktivierung, Gürtelrose – und am Ende wäre eine kombinierte Leber- und Galle-Transplantation in der Uniklinik Leipzig nötig gewürden, um zu überleben.
Das war der Moment, in dem Laura entschieden hat, dass sie nicht mehr weiterkämpfen will.
Laura ging es seit Monaten sehr schlecht. Der Magen kaputt, dauerhaftes Erbrechen, seit langer Zeit kein richtiges Essen, sondern künstliche Ernährung, ein Körper, der mal überwässert und dann wieder ausdörrt, Schmerzen, nur noch Krankenzimmer. Laura hat all das in den vergangenen Monaten mit einer Demut und einer Würde getragen, die beispiellos ist, die ich noch an keinem Menschen gesehen habe.
Lauras letzter Tanz in unserer Mitte war längst getanzt, und auch ihr Lachen war bereits seit vielen Wochen verklungen.
Ich glaube, mehr und mehr kämpfte sie nicht mehr für sich, sondern um uns nicht weh zu tun, uns nicht alleine zu lassen und unsere Erwartungen an ihre Tapferkeit zu erfüllen.
Bevor sie einschlief, sagte sie noch "Es tut mir leid", und ich wusste gar nicht, was sie meinte.
Ich sagte ihr, dass es nichts gibt, was ihr leidtun muss.
Ihr Puls brach ein, die Atmung ebenso. Die Kräfte der Intensivstation haben noch reanimiert – was dankenswerterweise nicht geklappt hat.
Denn unsere Laura hatte losgelassen.
Laura war mein Herz, mein Seelenpartner, mein größtes Glück. Unser Leben war wie ein Märchen. Oder ein Roadmovie. Im Hintergrund beginnt die Musik zu spielen und irgendwie ging es immer.
Sie war mutig, eigensinnig, zärtlich, wild – und voller Liebe. Ich durfte sie auf ihrem letzten Weg begleiten. Ich war bei ihr, habe ihre Hand gehalten, sie angeschaut, ihr gesagt, dass sie nicht allein ist. Dass sie geliebt wird.
Und auch wenn mein Herz gerade bricht – es ist mir wichtig, dass Laura jetzt einen Abschied bekommt, der ihr gerecht wird. Einen Abschied, der zeigt, was für ein besonderer Mensch sie war.
Als ihr Mann ist es für mich selbstverständlich, mich um all das zu kümmern – um die Organisation, um den Rahmen, um die vielen großen und kleinen Dinge, die einen würdevollen letzten Weg ausmachen.
Ich tue das aus tiefstem Herzen. Aus Liebe. Weil ich ihr danken will – für alles, was sie mir geschenkt hat. Aber ich spüre auch: Ich schaffe das nicht allein. Es ist viel – emotional, organisatorisch, auch finanziell. Und ich weiß, dass ich jetzt Hilfe brauche. Menschen, die Laura kannten. Oder Menschen, die einfach verstehen, was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren. Und die bereit sind, ein Stück mit mir zu gehen. So wie ich mit ihr gegangen bin. Bis zum Schluss.
✨ Wer Laura war
Laura war die pure Lebensfreude, die alle um sie herum aktivierte.
Laura war ein Mensch, der mit offenem Herzen durch die Welt ging. Ihre große Liebe galt der Musik – ganz besonders dem Tekno. Sie hat es geliebt, sich im Beat zu verlieren, die Nacht zum Tag zu machen, zu tanzen, zu lachen, mit anderen Menschen im Klang zu verschmelzen.
Für sie war das nie bloß Party – es war Freiheit. Lebendigkeit. Heilung. Und manchmal auch Trost.
Aber wer jetzt denkt, sie sei abgehoben gewesen, der irrt. Laura war mitten im Leben. Klar, ehrlich, manchmal direkt – aber immer echt. Sie hatte keine Maske, kein Spiel. Manchmal hat sie sich dabei weh getan. Und sich doch niemals verbogen.
Sie war Stagehand bei CORS und hat bei Konzerten und Festivals ordentlich mit angepackt – nicht selten hat sie den Jungs dort gezeigt, was es heißt, richtig durchzuziehen.
Was sie fühlte, zeigte sie. Und was sie sagte, meinte sie auch so. Das hat sie ausgemacht: diese besondere Mischung aus Stärke und Wärme, aus Bodenständigkeit und einer tiefen, oft fast kindlichen Begeisterung für das Leben und seine magischen Momente.
Wer Laura kannte, hat einen Menschen erlebt, der andere berühren konnte – einfach nur durch ihr Dasein.
Laura, meine liebe Laura, danke für eine wundervolle Zeit, die zurückblickend wie ein Märchen war – so geil war es, mit Dir zu leben.
Du warst der perfekte Mensch für mich. Du bist einfach mein Seelenpartner gewesen. Was bleibt, ist unsere Liebe füreinander.
Laura und ich haben auf der Intensivstation geheiratet. Mitten in all der Schwere, dem Piepen der Monitore, den Sorgen – haben wir uns entschieden, ein Zeichen zu setzen. Für uns. Für unsere Liebe. Wir waren Mann und Frau. Es waren Momente voller Tiefe, voller Nähe, voller Licht inmitten der Dunkelheit.
Ich werde niemals vergessen, wie sie gelächelt hat, als sie ihren Ring angesteckt bekam. Dieses Strahlen in ihrem Gesicht, das Glitzern in ihren Augen – es war, als hätte sie für einen Moment die Krankheit, die Schmerzen, die Angst einfach weggeliebt. Ihr Lachen war wieder da. Unser Lachen.
Und dann, 3 Tage später ist sie gestorben.
Aber sie ist als meine Frau gegangen. Als die Frau, die ich liebe, und die mich geliebt hat. Wir haben einander noch einmal das Wichtigste gesagt. Und das ist ein Geschenk, das mir niemand mehr nehmen kann.
Du hast immer „Mein Stephan“ zu mir gesagt. Und so wird es bleiben. Ich bin Dein Stephan. Liebe – über den Tod hinaus.
Laura, ich vermisse Dich. An jeden Tag. In jede Stunder.
Darum bitte ich um Unterstützung:
Ca. 7.000 € Beerdigungskosten müssen in sehr kurzer Zeit aufgebracht werden.
Am 13.06. oder 20.06.2025 (jeweils ein Freitag) wird die Beisetzung stattfinden – und am Abend soll es eine große Abschiedsparty geben, auf Lauras Art: mit Musik, Freundschaft, Tanz, Herz und Glanz.
Ich möchte diese Veranstaltung für alle Freunde, Weggefährten, Kollegen und Familienmitglieder ermöglichen, um gemeinsam zu trauern, zu feiern, zu erinnern – und Laura die letzte große Party zu geben, die sie verdient hat.
Ich möchte mit der Party kein Geld verdienen müssen, Getränkepreise fair halten, nur einen kleinen Betrag für Eintritt fordern müssen.
Die Beerdigung findet am 20.06.2025 um 11:30 Uhr in der Kapelle des Friedhofs statt:
Neuer Friedhof Klotzsche
Am Friedhof 6
01109 Dresden
Die Beerdigung ist ölffentlich, jeder kann kommen und ist herzlich eingeladen, Abschied zu nehmen. Es gibt keine Kleiderordnung, kommt einfach in Eurer normalen Kleidung bzw. wie ihr euch wohl fühlt.
Die Party wird am 20.06.2025 abends in Dresden stattfinden.
Gleichzeitig sind durch unzählige Taxifahrten, Krankenhausbesuche, fehlendes Krankengeld, und der Zusammenbruch unserer gemeinsamen Haushaltskasse alle meine Reserven aufgebraucht.
Laura und ich hatten eine gemeinsame Haushaltskasse und zusammen kamen wir über den Monat.
Ich verdiene 1.267€. Ab Juni 2025 muss ich versuchen, mit knapp 300 € pro Monat nach Fixkosten über die Runden zu kommen – das wird auf absehbare Zeit nicht funktionieren.
Auch haben mir viele Leute mit Geldbeträgen geholfen, damit ich so agieren konnte, wie es für Laura nötig war. Davon möchte ich zumindest einen Teil zurückgeben.
Ziel: 12.500 €
- damit Laurafest, Trauerfeier und das Danach möglich werden
- weil mich viele Menschen angesprochen haben, dass sie etwas geben möchten
Wofür das Geld verwendet wird:
- Beerdigungskosten (Urne, Grab, Bestatter, Traueranzeige etc.). Betrag: 7.000 €
- Große Abschiedsfeier / Laurafest (Raummiete für Veranstaltungsort, Technik, Künstlergagen, günstige Getränke, kleine Musikanlagen-Reparatur) Betrag: 3.000 €
- Entlastung der Lebenshaltungskosten / Mietkosten & Rückzahlungen an Helfer:innen. Betrag 2.500€
Wenn du Laura kanntest,
wenn du mit ihr getanzt hast,
wenn Du ihr näher gekommen bist,
wenn sie dich berührt, aufgeheitert, geärgert, zum Lachen gebracht oder einfach inspiriert hat –
dann hilf mir bitte, ihren Abschied so zu gestalten, wie sie gelebt hat: laut, ehrlich, liebevoll, unbequem und voller Musik.
Danke, dass du das liest.
Danke, wenn du diese Aktion an alle teilst, die Laura kannten oder helfen wollen.
Danke, wenn du mit einer Spende hilfst.
Moment-Gedanken:
Ich zieh mich zurück.
Seit Laura krank war, fühl ich mich wie halb weg.
Ich halt Abstand zu den Menschen, die mir gut tun würden.
Arbeitete mehr, redete kaum noch – und war einfach nur müde.
Außer wenn ich bei Dir war, Laura.
Doch es drückt weiter auf mir,
dieses Gewicht, das keiner sieht.
Ich reagiere schnell konfus, ich verliere mich in Kleinigkeiten.
Was mir früher Freude gemacht hat, ist stumpf geworden.
alles fühlt sich nur kurz lebendig an.
Jetzt bist Du gegangen.
Meine Gedanken sind ein Käfig.
Ich dreh mich im Kreis, ich komm da nicht raus.
Und wenn mich jemand fragt, wie’s mir geht,
dann sag ich: „Schon okay.“
Aber das ist gelogen.
Ich will niemanden belasten,
also trag ich alles allein.
Ich helfe,
wenn andere zerbrechen,
weil Du krank warst,
weil Du gegangen bist.
Doch keiner hört, wie still ich selbst zerfalle.
Manchmal bin ich einfach nur wütend.
Auf die Krankheit.
Auf das Leben.
Auf alle, die weitermachen,
als wär nichts passiert.
Ich schrei dich an in Gedanken,
weil du gegangen bist,
obwohl ich weiß,
dass du’s nicht wolltest.
Ich hasse die Ungerechtigkeit,
dass ausgerechnet du gehen musstest –
und ich hier bleibe,
mit all den Fragen
und ohne Antwort.
Ich wär jetzt so weit, nicht stark zu sein,
nicht durchzuhalten, sondern gehalten zu werden.
Nicht erklären zu müssen, sondern einfach mal
in einem Arm zu verschwinden, der nichts fragt.
Ich hab genug von leeren Floskeln
und diesem ewigen "du musst jetzt stark sein".
Ich war stark. Verdammt lang.
Jetzt wär’s Zeit, schwach sein zu dürfen –
und geliebt zu werden.
Ich brauch Liebe, nicht Mitleid.
Nähe, kein Schweigen.
Jemand, der bleibt –
nicht aus Pflicht, sondern weil er will.
Ich brauch Wärme,
nicht Ratschläge.
Jemand, der nicht fragt,
sondern einfach da ist.
Ich hab Angst vor dem Morgen,
weil du nicht mehr darin vorkommst.
Und doch klopft er leise an.
Mit kleinen Dingen:
ein Lächeln, das echt ist.
Ein Sonnenstrahl, der wärmt.
Ich bau mir die Zukunft
nicht ohne dich,
sondern mit dem Teil von dir,
der in mir bleibt.
Und manchmal hör ich dich, Laura.
Ganz leise, in meinem Kopf.
Wie du sagst:
"Du darfst fallen.
Du darfst weinen.
Du darfst dich neu zusammensetzen.
Du darfst lieben."
Und ich glaub dir.
Weil du’s warst,
die mich ganz gesehen hat.
Und immer noch siehst.
Ich sag: mir geht’s gut.
Doch was ich wirklich meine ist:
Halt mich fest.
Nur für einen Moment.
Nur bis der Schmerz ein Stück leiser wird.
Ich brauch Liebe, nicht Mitleid.
Jemand, der da ist – nicht aus Pflicht,
sondern aus echtem Wunsch.
Ich brauch Wärme.
Ich brauch Nähe.
Und ich brauch die Erlaubnis,
wieder leben zu dürfen.
Und du, Laura –
du gibst sie mir.
Mit jedem Blick aus der Erinnerung.
Mit jeder Spur, die du in mir hinterlassen hast.
Ich sag: „Mir geht’s gut.“
Aber was ich meine ist:
Ich vermiss dich.
Ich muss anfangen dich loszulassen –
um nicht kaputt zu gehen
nicht weil ich will,
sondern weil es sein muss.
Aber ich will nicht.






