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In einer kleinen Kapelle am Wegesrand lag ein Buch, in dem stand: Wenn man negatives Denken in positives Bewusstsein verwandelt, entsteht Raum für ein Wunder. Glaubt Ihr an Wunder?
Mein Name ist Irmgard und mit tollen Menschen an meiner Seite leite ich den Gnadenschutzhof SolLuna e.V. in Rietberg Mastholte.
Neben mir steht Cleo - eines unserer wohl bewegendsten Schicksale auf unserem Hof. Cleo begleitet uns nun schon seit 10 Jahren und ist 15 Jahre alt. Die fast blinde Stute ist die beste Lehrmeisterin in Sachen Geduld, Akzeptanz und innere Balance. Aber sie hat auch ihre eigene Vorstellung von dem, was für sie gut und sinnvoll ist. Und dazu gehören definitiv keine tierärztlichen Behandlungen, die sie dann mit blauen Flecken und zerschlagenen Brillen enden lässt.
Vor sieben Wochen an einem Samstag um 5 Uhr morgens dann der Alptraum eines jeden Pferdebesitzers: Cleo lag mit einer Kolik im Stall. Ein ganzes Team der Tierarztpraxis musste anrücken, um sie mittels Blasrohr zu sedieren, damit eine Untersuchung überhaupt möglich war. Die Diagnose: Dickdarmverlagerung mit wahrscheinlicher Beteiligung des Dünndarms, der Darminhalt wie eine feste Masse, die Blutwerte schlecht. Die Aussage des Tierarztes war: Wir können es versuchen mit Infusionen, Schmerzmitteln und krampflösenden Mitteln. Beten und Hoffen auf ein Wunder. Das Beten übernahm unser 95-jähriges Teammitglied Mama Elisabeth, Cleos Box wurde zum Behandlungszimmer mit Vorrichtungen für die Infusionen, der Pferdestall wurde zum Schlafzimmer für die nächste kommende Woche, denn Cleo brauchte im 3-4 Stunden-Abstand Medikamente.
Und wir hofften auf das Wunder. Die wohl größte emotionale Herausforderung. Machen wir das alles richtig, treffen wir die richtigen Entscheidungen, hören wir auf unser Gefühl oder sollen wir den Tatsachen ins Auge sehen? So etwas lässt sich schwer alleine ertragen. An unserer Seite als große Unterstützung Anna Twinney aus Amerika und unsere Freunde Doro und Pit. Ein Auf und Ab, der Tierarzt glaubte nicht mehr an dieses Wunder und redete uns ins Gewissen, ließ sich aber darauf ein, Cleo noch einmal zu sedieren, Blut abzunehmen und zu untersuchen. Das alles am späten Abend.
Der Anruf kam in der Nacht: Ein Wunder, die Blutwerte waren wieder im Normbereich, der Darm fing wieder an zu arbeiten. Am nächsten Tag setzte sie wieder Kot ab und es wurde Tag für Tag besser. Heute ist sie wieder wie immer - unsere einzigartige Cleo.
Mit Wohlwollen der Tierarztpraxis belief sich die Rechnung auf 1.400 Euro. In unserer Kasse hat das ein großes Loch hinterlassen, denn Cleo ist nicht die einzige, die tierärztliche Hilfe gebraucht hat und wir haben kein Polster mehr. Da ist aktuell noch die sehr alte Gans Esmeralda, der Herdenschutzhund Ares mit einem Tumor im Maul, der Hahn Nino und die Hündin Patty.
Wir glauben fest an das Wunder, dass wir mit Eurer Unterstützung unser Polster wieder auffüllen können, um auch weiterhin jedem Tier in unserer Obhut und an unserer Seite die nötige medizinische Versorgung zukommen lassen zu können.
Von Herzen vielen Dank dafür!


