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Wenn in Europa warmes Licht aus Fenstern fällt und wir uns zu Weihnachten mit unseren Liebsten um einen gedeckten Tisch versammeln, gibt es einen Ort, an dem die Welt stillsteht. Kasachstan. Ein Land, in dem der Winter nicht einfach nur kalt ist, sondern erbarmungslos. Wo das Thermometer auf –40 °C fällt und jeder Atemzug wie ein Schnitt in die Lunge brennt. Dort leben Hunde – angekettet im Freien, in notdürftig zusammengehämmerten Holzkisten, die kaum größer als ihr eigener Körper sind. Kälte dringt durch jede Ritze, Schnee legt sich wie ein nasser Mantel auf ihr Fell, und Tag für Tag bleibt nur ein einziger Wunsch: den nächsten Morgen zu erleben.
Wir haben lange zugesehen, gehofft, gebetet geholfen wo es ging– doch Hoffnung allein reicht nicht, wenn Lebewesen in der Stille der Nacht erfrieren. Wie ihr wisst, engagieren wir uns seit einiger Zeit auch in Kasachstan, und die Situation dort zerreißt einem das Herz. Manche Hunde leben in kleinen offenen Zwingern, durch deren Gitter der eisige Wind ungehindert peitscht. Man hört ihn heulen – und manchmal heulen die Hunde leise mit. Es ist kaum auszuhalten, zu wissen, dass Wärme für sie nur ein fernes Gefühl ist, das sie vielleicht nie kennengelernt haben.
Doch dieses Weihnachten wollen wir etwas tun, das größer ist als Angst, größer als die Kälte und größer als all die Hindernisse, die vor uns stehen. Ein kleines Weihnachtswunder für vier Hunde, die seit Jahren nur überleben – nie leben durften und immer mehr abbauen. Zwei unserer Teammitglieder werden an Weihnachten selbst nach Kasachstan fliegen. Sie verzichten auf das warme Zimmer, das Essen im Kreis der Familie, auf Geborgenheit und Sicherheit. Stattdessen treten sie eine Reise in eine Welt an, die sich anfühlt wie die Hölle auf Erden, um vier Seelen aus diesem eisigen Leid zu befreien. Wir werden nicht mit leeren Händen fahren. Unser Ziel ist es, all die Hunde vor Ort zu versorgen, ihnen etwas mitzubringen, ihnen Nähe und Liebe zu schenken und die Bedingungen ein kleines Stück zu verbessern.
Aber dieses Wunder hat einen Preis – einen hohen.
Die Ausgaben übersteigen das, was wir allein tragen können. Es sind enorme Summen, und doch ist keine davon zu viel, wenn man an die denkt, für die wir kämpfen. Denn aus Kasachstan gibt es keine Flugpaten. Niemand, der diese Tiere begleitet, niemand, der sie aus ihrer eisigen Gefangenschaft führt. Und genau deshalb bleibt uns nur ein Weg: Wir müssen selbst gehen.
Diese Hunde haben nichts – keine Wärme, keine Sicherheit, keinen einzigen Tag ohne Angst vor dem Erfrieren. Aber sie haben uns. Und wir haben die Verantwortung, dieses Weihnachten für vier von ihnen zum Beginn eines neuen Lebens zu machen.
Ein kleines Weihnachtswunder. Vier Hunde. Ein Weg aus der Kälte. Ein Weg in ein Leben, das sie mehr als verdient haben.
Hunderettung e.V.





