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Hallo, ich bin Valerie und ich sammle Spenden für meinen Assistenzhund, den ich mir aufgrund meiner schweren psychischen Erkrankung und dadurch bedingten Schwerbehinderung zulegen möchte, um wieder ein eigenständigeres Leben führen zu können.
Ein Assistenzhund kann seinen Halter auf vielfältige Weise im Alltag unterstützen, für Sicherheit sorgen und in Notfällen zum Beispiel Medikamente oder Hilfe holen. Dadurch ermöglichen solche Hunde vielen Menschen mit Behinderung wieder mehr Eigenständigkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Der bekannteste Vertreter ist der Blindenführhund.
Im Jahr 2021 bin ich – mitten im Medizinstudium während der Vorbereitung auf das 2. Staatsexamen – selbst schwer krank geworden. Eine schwere Depression und eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung warfen mich plötzlich total aus der Bahn. Die Erkrankung äußert sich mit Symptomen wie Antriebslosigkeit, Interessen- und Freudverlust, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Albträumen, Hoffnungslosigkeit, Gedankenkreisen, Flashbacks und Panikattacken. Dank schneller professioneller Hilfen gelang es mir zunächst dennoch, mein Studium fortzusetzen und parallel dazu mit der Therapie zu beginnen. Der schwere Krankheitsverlauf machte aber bald eine Unterbrechung des Praktischen Jahres im Medizinstudium und stattdessen mehrere monatelange Klinikaufenthalte als Patientin notwendig.
In den letzten drei Jahren habe ich wahnsinnig viel Unterstützung erhalten von Therapeuten, Ärzten, Pflegekräften, Familie und Freunden, für die ich unendlich dankbar bin! All diese Menschen begleiten mich durch diese schwierige und für das ganze Umfeld belastende Erkrankung. Bei mir zeigt sich über die Jahre ein chronischer Verlauf mit einer schweren Ausprägung der Symptome. Die Erkrankung geht mit einem hohen Leidensdruck einher, der mich 2024 in einen Suizidversuch führte.
Trotz all der Hoffnungslosigkeit, der täglichen Kraftanstrengung und der vielen Krisen kehrte der Lebenswille in mir immer wieder zurück und lies mich für das Erreichen meiner Ziele und Träume weiterkämpfen. Und so legte ich drei Wochen nach meinem Suizidversuch mein 3. Staatsexamen ab und schloss damit mein Studium ab.
Es macht mich sehr traurig, dass es mir krankheitsbedingt nicht möglich ist, in meinem Traumberuf als (Land-)Ärztin zu arbeiten. Ich wollte immer anderen Menschen helfen, bin nun aber selbst im Alltag viel auf Hilfe angewiesen. Es fiel mir erstmal schwer, das zu akzeptieren, dass ich chronisch krank bin, berufsunfähig, pflegebedürftig, voll erwerbsgemindert, schwerbehindert. Meinen Alltag kann ich derzeit nicht ohne Unterstützung bewältigen, ich kann z.B. nicht alleine einkaufen gehen und öffentliche Verkehrsmittel nur eingeschränkt benutzen. Ich bin sehr froh, dass ich hier viel Unterstützung vom Pflegedienst und meinem sozialen Umfeld erfahre.
Dennoch ist es mein großes Ziel, wieder mehr Eigenständigkeit und Handlungsspielraum zu erlangen, mein Leben unabhängiger und selbstbestimmter gestalten zu können und eines Tages einer ärztlichen Tätigkeit nachgehen zu können. Um diesem Ziel näher zu kommen soll mich in Zukunft ein tierischer Begleiter auf vier Pfoten unterstützen: mein Assistenzhund.
Ein Assistenzhund durchläuft eine intensive Ausbildung gemäß der Assistenzhunde-Verordnung, die viele Trainingsstunden in einer Hundeschule umfasst. Ein ausgezeichneter Grundgehorsam und ein hervorragendes Benehmen in der Öffentlichkeit stellen von Beginn an die Basis der Ausbildung dar, da Assistenzhunde Zugang zu allen öffentlichen Bereichen haben und ihren Halter als „Hilfsmittel“ überall hin begleiten dürfen. Darüber hinaus erlernt der Hund spezielle Aufgaben, die auf die Bedürfnisse seines Halters abgestimmt sind.
In meinem Fall umfasst das u.a. fremde Menschen hinter mir auf Abstand halten, mich aus Albträumen wecken, Sicherheit geben und beruhigen durch Körperkontakt, mich zu einem ruhigen Ort oder einer Sitzgelegenheit führen und Notfallmedikamente bringen. Zudem leide ich aufgrund meiner Traumafolgestörung unter Flashbacks (Wiedererleben von Traumata) und Dissoziationen. In einem dissoziativen Zustand bin ich teilweise weggetreten, nicht ansprechbar und nehme meine Umwelt nur eingeschränkt oder gar nicht wahr. Eine weitere ganz wichtige Aufgabe für den Hund besteht darin, diese Zustände zu erkennen und sie zu unterbrechen indem er mich anstupst, sich mit seinem Gewicht auf mich stützt, kratz oder bellt. Das ist für mich besonders wichtig, weil diese Zustände nicht nur zu totaler Handlungsunfähigkeit im öffentlichen Raum führen können, sondern auch zu einer Gefährdung, wenn ich z.B. bei eingeschränkter Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit vor ein Auto laufe.
Diese anspruchsvolle Ausbildung wird von einer erfahrenen und spezialisierten Hundetrainerin begleitet. Mit der Anschaffung und Ausbildung des Assistenzhundes sind aber nicht nur viel Arbeit, sondern auch hohe Kosten verbunden. Für diesen Zweck möchte ich Sie um Ihre Unterstützung bitten! Die Spenden werden für folgende Kostenpunkte verwendet:
Anschaffung:
Welpentestung durch die Hundetrainerin beim Züchter
Welpenkauf
Erstausstattung (Transportbox, Näpfe, (Kau-)Spielzeug, Leine, Geschirr, Bürste etc.)
Laufende Kosten:
Futter
Tierarzt
Versicherung
Hundesteuer (Befreiung nach abgeschlossener Ausbildung möglich)
Ausbildung zum Assistenzhund:
Hundetraining (Dauer der Ausbildung ca. 18-24 Monate)
Eignungstest
Tierärztliches Attest
Prüfungsgebühren
Nachbetreuung nach der Ausbildung durch die Hundetrainerin
Regelmäßige tierärztliche Kontrolle des Gesundheitszustandes des Hundes


