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Mitten im Wald nördlich von Lübeck wurde Geschichte geschrieben. Und heute ist sie vergessen.
Sie erzählt vom Kriegsende 1945, von einem Land ohne Staat, von britischen Besatzern und mittendrin sind Menschen: Flüchtlinge, Vertriebene, Auswanderer, die in das Land der Täter gewaltsam zurückgebracht werden, Kinder, die ihre Familie verloren haben, Familien, die ihre Angehörigen suchen...
Sie alle betreten das spätere Schleswig-Holstein über das Lager Pöppendorf - das größte Flüchtlingsdurchgangslager im Norddeutschlands. Hier werden sie untersucht, entlaust und registriert, hier leben sie drei Tage und mehr mitten im Wald, bis zu 6000 Menschen gleichzeitig, in Zelten, Baracken und Nissenhütten aus Blech. Auf sie wartet eine ungewisse Zukunft. Wohin werden sie gebracht, wer erwartet sie dort? Eine neue Heimat?
In den allermeisten der heutigen Schleswig-Holsteiner Familien gibt es jemanden, der das damals erlebt hat. Die Bevölkerung verdoppelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg. Und das Lager Pöppendorf steht am Anfang ihres Neubeginns.
Unser Ziel ist es, diese Geschichte und die Geschichten darin wieder sichtbar und erlebbar zu machen. Kostenlos und rund um die Uhr. Dafür soll bis zum September 2027 eine digitale Ausstellung entstehen und im Waldhusener Forst ein System aus Audiopfaden. Diese erzählen am authentischen Ort vom Lager, den Menschen, ihren Geschichten und vermitteln am konkreten Beispiel Regional- und Weltgeschichte.
Wer sich diese Audiopfade anhören möchte, kann das dann über die Lübeck-App tun, in die unser Vorhaben integriert werden soll. Man startet die App, startet von dort aus den Pfad, den man sich anhören möchte, und steckt sein Smartphone wieder in die Tasche. Und während man dann durch Waldhusen spaziert, beginnen an verschiedenen Stellen Erzählungen aus dem oder über das Pöppendorfer Lager.
Man erreicht den Bahnhof und hört, wie die Flüchtlinge und Vertriebenen dort ankamen und erfährt, wo sie her kamen und warum. Man erreicht den ehemaligen Lagereingang und hört, wie sie im Unterlager lebten.
Damit wir dieses Ziel erreichen können, brauchen wir eure Unterstützung.
Natürlich reicht das Spendenziel nicht für das ganze Projekt. Die Erstellung einer App und einer Webseite, die Einbindung in die digitale Infrastruktur der Stadt, die Erstellung von Texten, das Einsprechen und Vertonen, nicht zuletzt die Forschung, das alles kostet viel Geld und Arbeitszeit. Der Großteil dieses Geldes wird über Stiftungen eingeworben, diese verlangen allerdings immer einen Eigenanteil. Und diesen Eigenanteil wollen wir hier einwerben.
Wir, das sind Torben Freytag und Lea Märtens mit unserer GBR "Ars Discendi". Wir wollen Geschichte sichtbar und für alle zugänglich und verständlich machen. Unser besonderes Steckenpferd ist das Pöppendorfer Lager, nicht nur weil wir selbst Verwandte haben bzw. hatten, die durch dieses Lager gekommen sind, sondern auch, weil es sich um ein einmaliges Stück Geschichte unseres Stadtteils, unserer Stadt und unseres ganzen Landes und noch weit darüber hinaus handelt. Was hat das Pöppendorfer Lager mit der Gründung des Staates Israel zu tun? Wenn dieses Projekt Erfolg hat, werdet ihr es herausfinden. Wir kämpfen dafür, dass die Geschichte des Lagers aufgearbeitet und allen sichtbar gemacht wird. Eine digitale Ausstellung ist ein erster Schritt dahin, aber nicht der letzte.
Wenn ihr mehr über uns wissen wollt, schaut auf arsdiscendi.de oder schreibt uns einfach.



