Aus der Krise in die Selbstständigkeit – mit deiner Hilfe

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Warum ich eure Unterstützung brauche, um mein eigenes Unternehmen zu gründen

Meine Probleme begannen, als ich nach Deutschland kam, um zu studieren – mit falschen Versprechungen. Ich startete über ein Büro, das mit der ISL-Sprachschule in Koblenz zusammenarbeitet. Uns wurden viele Dinge versprochen, die wir nie gesehen haben. Nach zahlreichen Problemen mit der Ausländerbehörde sagte man mir: „Wir kennen die ISL-Sprachschule, aber wir können nichts tun – du musst selbst vor Gericht gehen.“ Dabei wissen sie genau, dass es für Studierende sehr teuer ist, einen Anwalt zu bezahlen und zu klagen.

Ich ließ diesen Abschnitt meines Lebens hinter mir und zog nach Berlin. Dort begann ich ein Studium an einer privaten Universität, das ich jedoch nicht abschließen konnte, weil mein Vater während der Corona-Zeit verstarb und ich die Studiengebühren nicht mehr zahlen konnte.

Ich begann, Nachhilfe für geflüchtete Menschen zu geben. Danach arbeitete ich bei Primark und später bei Amazon als Supervisor. Mein Vertrag wurde dort gekündigt – wegen eines Amerikaners, der zuvor im Irakkrieg gedient hatte. Danach wurde ich gezwungen, eine Ausbildung zu machen. Ich fand eine Stelle in einem deutschen Unternehmen, doch die Bedingungen waren katastrophal. Die Frau des Managers – sie war Türkin – kontrollierte alles. Ich musste jede Nacht acht Stunden im Grill Royal Restaurant putzen, drei Tage die Woche zur Berufsschule gehen und morgens im Büro arbeiten. Zusätzlich reparierte ich Server und Computer – und das alles für nur ca. 600 € Ausbildungsvergütung. Schließlich wurde ich rausgeworfen.

Danach arbeitete ich bei einer IT-Firma, die für Puma und Europcar tätig war. Ich war jeden Tag in einer anderen Stadt und verdiente 1000 € im Monat. Ich bin erschöpft, denn in allen Firmen, in denen ich gearbeitet habe, wurde meine Situation ausgenutzt.

Seit meiner Ankunft in Deutschland habe ich nie einen Cent vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur erhalten. Ich habe alles selbst geschafft. Doch jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich – als talentierter IT-Spezialist – mein eigenes Unternehmen gründen muss, damit andere nicht weiter meine Energie ausnutzen und mich am Ende fallen lassen.

Meine Mutter ist alt und kann nicht mehr arbeiten. Seit dem Tod meines Vaters ist sie meine Verantwortung, und ich unterstütze sie jeden Monat finanziell. Unser Familienhaus im Irak wurde uns durch gefälschte Dokumente von ihrem Bruder gestohlen, und meine Mutter wurde vertrieben. Jetzt lebt sie zur Miete.

Wegen all dieser monatlichen Ausgaben kann ich kein eigenes Unternehmen gründen. Kredite nehme ich nicht auf, weil die Rückzahlung zu schnell und zu schwer wäre. Ich habe versucht, eine Online-Firma in Dubai zu gründen, aber auch das war eine Täuschung. Im Internet steht etwas anderes als das, was man am Telefon erfährt. Für irakische Staatsbürger gibt es kein Visum, und man kann zwar eine Firma gründen, aber kein Bankkonto eröffnen – wie soll man da Geld empfangen? Für andere Nationalitäten geht alles in Sekunden.

Die Welt ist ungerecht. Menschen werden nach Nationalität sortiert. Ich bin überzeugt, dass es viele talentierte Menschen gibt, die nie eine Chance bekommen – nur wegen ihrer Herkunft. Ich kam nach Deutschland, weil ich glaubte, hier sei alles fair. Doch die Realität sieht anders aus. Die Gesetze existieren, aber viele Firmeninhaber umgehen sie geschickt.

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Saif Alsamerrai
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Berlin
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