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71 Aktivist:innen vor Gericht – Unterstützung nach Schlachthof-Blockade bei Micarna (Migros)
Nach einer Protestaktion gegen einen Schlachthof des Micarna-Konzerns (Migros-Gruppe) stehen 71 Aktivist:innen des Kollektivs 269 Liberation Animale vor Gericht. Es werden Spenden gesammelt für die gemeinsame Verteidigung und einen grundlegenden Prozess.
Was ist passiert?
In der Nacht auf den 1. Juli 2024 beteiligten sich 71 Aktivist:innen an einer koordinierten Protestaktion gegen einen Schlachthof der Micarna AG in Courtepin (Schweiz).
Über mehrere Stunden hinweg wurde der Betrieb blockiert. Aktivist:innen verschafften sich Zugang zum Gelände, ketteten sich an Maschinen, stiegen auf Dächer und machten mit Transparenten und Slogans auf die Realität der industriellen Tierproduktion aufmerksam. Die Aktion dauerte bis in den späten Nachmittag an und wurde schließlich durch ein Großaufgebot der Polizei beendet.
Im Anschluss erhielten alle Beteiligten Strafbefehle. Ihnen werden unter anderem Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Nötigung vorgeworfen. Besonders bemerkenswert ist der Vorwurf der „fahrlässigen Tierquälerei“ – erhoben gegen Aktivist:innen, die gegen die Tötung von Tieren protestiert haben.
Gegen diese Strafbefehle wurde Einspruch eingelegt. Der Fall soll nun vor Gericht verhandelt werden.
Warum soll dieser Prozess geführt werden?
Dieser Prozess ist kein Zufall – er ist eine bewusste Entscheidung.
Die erhobenen Vorwürfe sollen nicht einfach hingenommen werden, sondern juristisch überprüft und es soll eine öffentliche Debatte angestoßen werden. Der Fall macht einen grundlegenden Widerspruch sichtbar:
Während täglich tausende Tiere in industriellen Systemen getötet werden, werden Menschen kriminalisiert, die genau darauf aufmerksam machen.
Die Anklage wirft zentrale Fragen auf:
- Wie wird Protest gegen Tierausbeutung rechtlich bewertet?
- Wo liegen die Grenzen zivilen Ungehorsams?
- Wie wird „Tierschutz“ ausgelegt, wenn Aktivist:innen angeklagt werden, während industrielle Tierhaltung gesetzlich abgesichert ist?
Es besteht die Überzeugung, dass dieser Prozess über die einzelnen Beschuldigten hinaus Bedeutung hat – für die gesellschaftliche Debatte, für die Sichtbarkeit von Tierleid und für die rechtliche Einordnung von Protest in der Schweiz.
Zum Unternehmen:
Micarna ist eines der größten Fleischverarbeitungsunternehmen der Schweiz und Teil der Migros-Gruppe – einem der mächtigsten Lebensmittelkonzerne des Landes.
In solchen Betrieben werden Tiere in großer Zahl unter industriellen Bedingungen verarbeitet. Diese Form der Produktion ist auf Effizienz und Profit ausgerichtet – und steht seit Jahren in der Kritik, weil sie systematisch Tierleid hervorbringt und unsichtbar macht.
Die Protestaktion richtete sich gegen genau diese Strukturen.
Rechtliche Unterstützung:
Für die Verteidigung konnte der renommierte Anwalt Olivier Peter, welcher selbst vegan lebt, gewonnen werden, der international für seine Arbeit im Bereich Menschenrechte und politischer Verfahren sehr bekannt ist.
Die initialen Kosten für die Verteidigung betragen etwa 4.000 €. Im weiteren Verlauf können zusätzliche Kosten entstehen. Mit den Spenden soll die rechtliche Vertretung teilweise finanziert werden.
Warum eure Unterstützung wichtig ist:
Dieser Prozess wird nicht nur über 71 Aktivist:innen entscheiden.
Er wird auch darüber mitentscheiden, wie Protest, Tierschutz und ziviler Ungehorsam in Zukunft bewertet werden – und ob die Realität der Tierindustrie weiterhin unbeachtet bleibt.
Call to Action:
Jede Spende hilft, diesen Prozess zu ermöglichen.
Bitte teilt diese Kampagne, damit dieser Fall die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.
Vielen Dank für eure Solidarität!






