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Noras Gesichtsfeminisierungs-Bitz-Weniger-Sauteuer-Machung
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Hoi. Mein Name ist Nora Lucía. Das zu sagen fühlt sich immer noch etwas komisch an, denn ich habe mir diesen Namen selbst gegeben, nachdem ich mich nach langer Selbstsuche überraschenderweise in einem staubigen, schlecht geputzten Winkel meiner Seele doch noch aufgefunden habe. Nur eben als Frau.
Jahrzehntelang lag eine klebrige Dunkelheit über jedem Moment meines Lebens. Über allem, was ich tat, jedem Gefühl, jedem Blick in den Spiegel - eine namenlose Leere, die meine Existenz zum Abziehbild einer Existenz machte. Es ist bisweilen nicht einfach, etwas zu benennen, wirklich zu sehen, das immer da ist, immer da war. Entsprechend dachte ich lange, ich sei eben eine von Gottes Fehlkonstruktionen - eigentlich grundlos nicht fähig zum Glück, nicht fähig zu etwas, das sich nach einem vollständigen Leben anfühlt. Manchmal dachte ich auch, vielleicht ist das Leben halt einfach so, leer, grau, und ich bin selbstsüchtig weil ich mich nicht damit abfinden kann. Die Hülle und Rolle eines depressiven, zynischen Mannes trug mich ächzend bis ins 40te Jahr, und obwohl ich mir den Tod so oft gewünscht hatte, kam er nicht.
Stattdessen kam ein Wendepunkt in meinem Leben: Ich entdeckte sehr Altes, Verborgenes, sehr Verwundbares in mir, den verloren geglaubten Kern einer Person, die leben möchte, die Glück empfinden kann, über der kein dunkler Schleier liegt - und eben nicht nur einer Person. Einer Frau. Eine Frau, die sensibel ist, gerne und viel lacht, seltsame Dinge interessant findet, zuviel träumt, zu idealistisch auf die Welt blickt und an sich selbst scheitert, aber auch eine Frau, die Schönheit sieht in der Welt, die davor so fahl schien, Schönheit in der Tiefe auch des Schmerzes und in der unbegreiflichen Harmonie, die alles verbindet und durchwebt.
Seit ich mich auf diesen Weg begeben habe und den Widerständen zum Trotz ja zu meiner Trans-Identität gesagt habe, ist mein Leben reicher geworden und tiefer, schwieriger und echter, schöner, aber auch voller Herausforderungen, von denen ich nicht wusste und weiss, ob ich sie überstehen kann. Eine davon ist die unausweichliche Konfrontation mit meinem Körper. Meinem Körper, dem Feind, der Feindin. Nun ist es relativ schwer, anderen Menschen die Notwendigkeit einer Gesichtsfeminisierung sinnvoll zu erklären, die eben beim Blick in den Spiegel immer irgendwie sich selbst sehen. Vielleicht ist beim einen die Nase krumm und bei der anderen etwas bitzli asymmetrisch, aber es blickt doch nichts zurück, das auf diese Art falsch ist, das so im Widerspruch steht zum Kern des eigenen Wesens. So gesehen ist der Wunsch nicht kompliziert - ich möchte einfach mich selbst im Spiegel sehen, endlich, nach so vielen Jahren.
Leider ist das System der Schweizer Krankenkassen in dieser Hinsicht nicht so verständnisvoll unterwegs, und auch nicht sonderlich gescheit. Lieber bezahlt es Antidepressiva oder den Klinikaufenthalt, als zur Lösung des Problemes beizutragen. Die leider absehbare Ablehnung meines Antrags auf Kostenübernahme für die Gesichtsfeminisierung hat mich jäh zurück ins Dunkel geworfen - umso grausamer, nun, da man die Tür sieht, davon abgehalten zu werden, sie zu durchschreiten. Deshalb habe ich beschlossen, den Göppel selbst in die Hand zu nehmen, obschon, richtig ist das nicht. Aber was will man machen. Ich möchte Leben, und ich sehe es vor mir, dieses Leben als ich selbst, und verstehe manchmal plötzlich, warum Menschen den Sonnenaufgang schön finden und sich vor dem Tod fürchten.
Die Sammlung hier kann vielleicht bitzli dazu beitragen, dass der finanzielle Schlag, den mir das Ganze zufügt, ein wenig gelindert werden kann - die Gesamtkosten für den Eingriff belaufen sich auf etwa 40'000 Franken. Verpflichtet fühlen muss sich absolut niemand, ich bin einfach unendlich Dankbar für jede Unterstützung auf diesem anspruchsvollen Weg, egal in welcher Form.
"Man kann den Schmetterling nicht zruck inen trucken."
- Unbekannter Poet
