- P

Stolpersteine für die Familie Adler in Mannheim
0% complete
270 € gesammelt, Spendenziel: 1,2 Tsd. €
10 Spenden
Der Arbeitskreis „Stolpersteine für Mannheim“ wird am 14./15. Oktober 2026 insgesamt 47 neue Stolpersteine zum Gedenken an Verfolgte und Opfer des Nationalsozialismus in Mannheim verlegen. Davon werden 10 Stolpersteine der Familie Adler/Lenczicki gewidmet. Zur Finanzierung der Stolpersteinverlegungen sind wir auf Spenden angewiesen. Unterstützen Sie uns, damit die tragische Geschichte der Familie nicht in Vergessenheit gerät!
Die Familie Adler/Lenczicki
Die jüdische Familie Adler lebte in der Mannheimer Innenstadt, ab 1933 im Quadrat
F 6. Der Vater Georg Adler (Jg. 1890) war Kaufmann und betrieb einen bescheidenen Hausierhandel für Textilwaren. Seine Ehefrau Rosa geb. Rubin (*1893) war Hausfrau und kümmerte sich um die Kinder Berta (*1913), Kurt (*1915), Betty (*1920), Bruno (*1923), Rudolf (*1925), Erich (*1928) und Dora (*1929).
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war die Familie zunehmenden antijüdischen Repressionen ausgesetzt. Georg und dem Sohn Kurt wurde der als „asozial“ geltende Hausierhandel untersagt; die Familie hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten wie Brennholz- und Limonadenverkauf, Reinigungsarbeiten und Fabrikarbeit über Wasser und lebte in ärmlichen Verhältnissen. 1936 gelang der damals 16-jährigen Tochter Betty die Flucht nach Palästina. Im gleichen Jahr heiratete Berta den Schlosser Josef Lenczicki, mit dem sie 1938 einen Sohn, Roger, bekam.
In diesem Jahr 1938 wurde die Familie gewaltsam auseinandergerissen. Die Demolierung der Wohnung während des Novemberpogroms erlebten Vater Gorg und Sohn Kurt nicht mit, da sie sich zu dieser Zeit bereits in Haft befanden. Georg war im Juni während der sogenannten „Aktion Arbeitsscheu Reich“ verhaftet und in das KZ Dachau eingewiesen worden, wo die Nationalsozialisten ihn als „Asozialen Juden“ registrierten. Später wurde er in das KZ Buchenwald überstellt; nach der Entlassung floh er im Frühjahr 1939 nach Shanghai, mit dem Ziel die Familie nachzuholen. Von 1943 bis Kriegsende war er im Ghetto Shanghai interniert.
Kurt wurde im Herbst 1938 aufgrund einer Beziehung zu einer „Arierin“ verhaftet und wegen „Rassenschande“ zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. 1943 wurde er aus dem Gestapolager Welzheim nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Am 22. Oktober 1940 deportierten die Nationalsozialisten 6.500 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Baden, der Pfalz und dem Saargebiet in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich, am Fuß der Pyrenäen. Unter den Deportierten befanden sich alle in Mannheim verbliebenen Mitglieder der Familie Adler/Lenczicki: Mutter Rosa mit den Kindern Berta, Bruno, Rudolf, Erich und Dora sowie dem Enkel Roger. Bruno und Rudolf wurden 1941 in das Internierungslager Les Milles (Aix-en-Provence) überstellt, alle anderen in das „Auswandererlager“ Hotel Bompard in Marseille. Im September bestieg die Familie in Marseille ein Schiff, das sie zum Vater nach Shanghai bringen sollte. Aufgrund der Kriegslage scheiterte die Überfahrt; nach einer dreimonatigen Irrfahrt fanden sich Rosa und ihre (Enkel-) Kinder im Dezember 1941 erneut in den französischen Lagern wieder. Rudolf, Erich und Dora konnten fliehen bzw. wurden von französischen Hilfsorganisationen gerettet, versteckt und haben überlebt. Rosa, Bruno, Berta und der vierjährige Roger wurden 1942 in Auschwitz ermordet.
Georg Adler überlebte die Internierung in Shanghai und kehrte 1947 als einziges Familienmitglied nach Mannheim zurück – als verarmter, gebrochener und kranker Mann. Er starb 1953 mittellos in seiner Geburts- und Heimatstadt. Seine Kinder Rudolf, Erich und Dora wanderten zunächst nach Israel aus; die Söhne lebten später in den USA.
Am Mittwoch, den 14. Oktober 2026 werden in Mannheim (F 6, 14) zehn Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Adler verlegt.
Wohin geht das Geld?
Die gesammelten Spenden gehen an den zivilgesellschaftlichen Arbeitskreis Stolpersteine für Mannheim (unter Federführung der NaturFreunde Mannheim e.V.), der die Verlegung der Stolpersteine organisiert. Der Arbeitskreis arbeitet (unterstützt vom MARCHIVUM, ehem. Stadtarchiv Mannheim) ausschließlich ehrenamtlich und finanziert alle Stolperstein-Verlegungen durch Spenden und Patenschaften.
Jeder Stolperstein kostet 120 Euro, weshalb wir eine Summe von 1.200 benötigen, um die Stolpersteine für die Familie Adler zu finanzieren. Jede Unterstützung hilft, das Andenken an die Familie Adler/Lenczicki lebendig zu halten.
Vielen Dank!
Infos zu den Stolpersteinen in Mannheim:
