
Salzhain braucht Hilfe...
Spende geschützt
Liebe Nachbar:innen, liebe Kund:innen, liebe Freund:innen,
es fällt mir nicht leicht, sowas zu schreiben – denn ich bin es gewohnt, für andere da zu sein, nicht selbst um Hilfe zu bitten. Doch jetzt geht es um etwas, das mir zutiefst am Herzen liegt: meinen Salzraum Salzhain – mein Herzensprojekt und viertes Kind.
Als ich den Laden 2019 übernommen habe, hatte ich einen Traum:
Ich wollte einen Ort schaffen, der Menschen hilft – durch die Kraft der Inhalation, durch Ruhe, Entspannung und ein tiefes Durchatmen mitten in Berlin. Ich hatte für mich ein kleines Geheimnis für mehr Gesundheit und Lebensqualität entdeckt und wollte es mit anderen teilen.
Ich glaube fest daran, dass Salz – bewusst und gezielt eingesetzt – uns auf ganz natürliche Weise stärken kann. Und ich hatte die Vision, die Einnahmen von Salzhain irgendwann zu nutzen, um mehr Forschung zur Salztherapie zu fördern – denn in diesem Bereich gibt es noch viel ungenutztes Potenzial.
Von Anfang an habe ich alles gegeben. Mein Herz, meine Zeit, meine Energie, mein gesamtes Erspartes. Ohne Investor:innen, ohne Sicherheitspuffer. Nur mit dem Glauben daran, dass dieser Ort gebraucht wird – und viele von euch haben das gespürt.
Und wie bei einem echten Kind gab es viele schöne Momente – aber auch sehr schwere.
Viele denken, die Probleme hätten mit Corona begonnen – und ja, die Pandemie hat uns im ersten Jahr hart getroffen. Rücklagen konnten wir kaum aufbauen. Doch durch staatliche Hilfe und eure unglaubliche Treue haben wir es geschafft. Ich bin bis heute stolz auf das, was wir in dieser Zeit gemeinsam durchgestanden haben.
Als 2021 endlich die strengen Auflagen fielen, schöpfte ich Hoffnung. Doch es kam schlimmer: Unsere Heizung fiel aus.
Was zunächst wie ein kleines technisches Problem wirkte, entwickelte sich – durch fehlerhafte Reparaturversuche und jahrelangen Missbrauch durch den Vermieter – zu einem anhaltenden Albtraum.
Ich möchte hier nicht ins Detail gehen – die Geschichte ist zu lang und zu belastend – aber ich kann sagen: Die Jahre 2021 bis 2023 waren für mich und meine Familie eine enorme emotionale und finanzielle Belastung. Und die Auswirkungen spüren wir bis heute.
Trotz unzähliger Versuche, Lösungen zu finden – über Anwält:innen, Politiker:innen, Gespräche, Schreiben – gibt es bis heute keine verlässliche Grundlage für den Fortbestand von Salzhain.
Ich habe lange versucht, euch all das zu ersparen. Ich wollte die friedliche Atmosphäre bewahren, die Salzhain für viele bedeutet. Es war mir unangenehm, über die „Probleme“ zu sprechen, während so viele Menschen mit Krieg, Krise und Unsicherheit konfrontiert sind. Ich habe mir eingeredet: Es ist nicht so schlimm – du darfst dich nicht beschweren.
Doch die Wahrheit ist: Die Zukunft von Salzhain steht auf der Kippe.
Und leider bin ich nicht allein. In ganz Berlin kämpfen gerade viele kleine, unabhängige Läden, Ateliers und besondere Orte ums Überleben.
Steigende Mieten, schwierige Hausverwaltungen, fehlende politische Unterstützung – all das führt dazu, dass genau die Orte verschwinden, die Berlin lebendig und menschlich machen.
Viele sprechen nicht darüber. Sie schaffen es einfach nicht mehr. Und so verschwinden sie still.
Ich möchte nicht einfach aufgeben.
Aber ich schaffe es nicht mehr allein. Ich bin emotional erschöpft, und finanziell ist nichts mehr übrig. Ich habe alle Kosten getragen – auch jene, die durch den Heizungsausfall entstanden sind. Doch es geht nicht mehr.
Um Salzhain eine Zukunft zu geben, bleibt nur noch ein letzter Schritt:
Eine Klage gegen den Vermieter.
Ich habe diesen Schritt lange vermieden – aus Angst, aus Erschöpfung, aus Mangel an Mitteln. Aber die Frist läuft Ende dieses Jahres ab. Wenn ich diesen Weg nicht gehe, ist es das endgültige Aus. Ab September haben wir nicht einmal mehr einen gültigen Mietvertrag.
Wer mich kennt, weiß: Ich kämpfe ungern. Ich glaube an Frieden, an Geduld, an Lösungen im Gespräch. Doch in diesem Fall habe ich keine andere Wahl mehr, als für mein Recht, für Salzhain und für all das, wofür dieser Ort steht, einzustehen.
Deshalb bitte ich euch – mit schwerem Herzen, aber auch mit Hoffnung:
Wenn ihr an Salzhain glaubt – wenn euch dieser Ort wichtig ist –
dann helft mir bitte, diesen letzten Schritt zu gehen.
Ich brauche finanzielle Unterstützung für Salzhain, um die Anwalts- und Gerichtskosten tragen zu können. Jede Spende, jedes Teilen dieses Aufrufs, jede Weiterleitung an Menschen, die unsere Vision verstehen – alles hilft.
Kurz zur Klage:
Wir machen Ansprüche auf Mietminderung und Schadensersatz wegen des langanhaltenden Heizungsausfalls geltend. Zusätzlich geht es um Widerspruch gegen unberechtigte Nebenkosten sowie um eine neue, faire Mietvertragsvereinbarung, damit Salzhain endlich eine gesicherte Zukunft hat.
Mit salzigen Grüßen,
Linzi Nicole
Organisator
Linzi Halquist
Organisator
Berlin, Berlin