Ich heiße Bea Trampenau; mein Vater Richard Trampenau wurde 1910 geboren, sein Vater fiel im 1. Weltkrieg 1918. Deswegen wurde er Kommunist, weil es für ihn diejenigen waren, die am konsequentesten für Frieden waren. Am 30. 1. 1933 wurde Hitler die Macht übergeben, der Faschismus begann. Schon einen Tag später wurde mein Vater verhaftet und wurde erst zum Tode, dann zu lebenslanger Haft verurteilt. Über 12 Jahre saß er im Gefängnis, meist in Einzelhaft bis zur Befreiung im April/Mai 1945 - unschuldig.
Damit das niemals vergessen wird, engagiere ich mich antifaschistisch. So wie ich haben viele Angehörige von Verfolgten ihre Energie in die Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh gesteckt um an den Widerstand und die Verfolgung zu erinnern.
2026 wird Heideruh 100 Jahre alt - 100 Jahre gelebte Geschichte.
1926 gründeten Antifaschist*innen diesen Ort als Zuflucht, als Raum der Freizeit und Bildung. Die Gründer*innen leisteten Widerstand während des Faschismus und wurden zumeist ermordet. 1945 übergab die britische Befreiungsarmee umgehend diesen Ort wieder in die Verantwortung des Komitee politisch Verfolgter, so dass die Idee der Gründer*Innen über Generationen erhalten werden konnte und ein lebendiger Ort des Gedenkens, der Begegnung und der Bildung erhalten werden konnte – getragen von Menschen, die sich ehrenamtlich für eine solidarische, gerechte und friedliche Gesellschaft einsetzen.
Heideruh möchte sich groß feiern und vielen Menschen von seiner Geschichte und Zukunft erzählen. Seit 2024 arbeitet die Arbeitsgruppe 100 Jahre an einem geschichtsaufarbeitenden, dankenden, jubilierenden Konzept für das Jubiläumsjahr. Mit Festveranstaltungen, einer Webseite, die jeden Tag neue Funde unserer Geschichte veröffentlicht, einer Forschungsreise in die britischen Militärarchive in London, mit Aktualisierungen der Publikationen, Aufarbeitungen von Archivmaterial, einem speziellen Urlaub für die noch lebenden Veteran*innen und vielem mehr wollen wir das Jahr 2026 begehen.
Dafür brauchen wir auch finanzielle Unterstützung. Diejenigen Opfer, die den Faschismus überlebt haben, haben alles gegeben, damit es NIE WIEDER geschieht. Wie mein Vater.



