Rettet "Zeytin", den Engel auf 4 Pfoten

Es ist verrückt wie das Leben manchmal spielt. Eigentlich wollten wir einen entspannten Mädchenurlaub genießen...

Nichtsahnend schlenderten wir (Dilara und Özlem aus Hamburg)  durch einen Souvenirshop in Bodrum, der Türkei,  bis wir auf "Zeytin" (auf deutsch "Olive") trafen.. Dieser Name fiel uns sofort ein, als wir Ihn sahen. Dieses glänzende schwarze Fell, diese traurigen Augen..sie wollten uns etwas erzählen. 

Total verängstigt und leidend saß er vor unserem Auto. Hätte sein Kopf nicht oben herausgeguckt, hätten wir Ihn womöglich nicht einmal bemerkt. Den Motor hatten wir bereits eingeschaltet...

Dieser kleine Mann ist maximal zwei Jahre alt und wurde von seinen herzlosen Besitzern ausgesetzt – wahrscheinlich ein Sommerhund, den danach niemand mehr gebrauchen konnte. Er humpelte und konnte sein Bein nicht absetzen, was darauf schließen lässt, dass er angefahren wurde.  Hinzukommt, dass er stark abgemagert und verstört war.. 

Auf Männer reagierte er besonders vorsichtig. Wann immer ein Mann aus dem Souvenirshop kam, rannte er panisch auf die Straße. Sein Verhalten lässt anmuten, dass er misshandelt wurde :(

Es hat ganze drei Stunden gedauert bis wir sein Vertrauen gewinnen und Ihn ins Auto locken konnten. Vermutlich hatte er schon mehrere Tage nichts mehr gegessen und hat letzten Endes eingesehen, dass er sich uns nähern muss, um etwas zu fressen und zu trinken zu bekommen. Während dieser Annäherungsversuche, streichelten wir Ihn ganz zart und sprachen ihm zu, bis er immer immer lockerer wurde und ein stück weit Vertrauen zu uns aufgebaut hat.  Aus unserer Not heraus bastelten wir eine Leine aus einem Schlüsselbund und führten Ihn aus. Er fühlte sich schnell sicher und wir bemerkten, dass keine Gefahr von ihm ausgeht.. Dieser Hund kannte die Leine, er würde es auf der Straße nicht überleben.

Wir entschieden Ihn mitzunehmen, doch da wir in wenigen Tagen wieder abreisen mussten, wussten wir, dass es keine ultimative Lösung war. Es war nervtötend und tausend Fragen schossen uns durch den Kopf.  Zum einen durften wir in unserer Unterkunft  keine Tiere halten und zum anderen .. was konnten wir schon in der Kürze der Zeit tun?

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Verzweifelt baten wir die Gemeinde, sowie lokale Hilfestellen zur Stelle, aber ohne Erfolg. Wir wurden nicht ernst genommen und mit einem: "Ja, dann lassen Sie den Hund dort liegen" zurückgelassen. Es war herzzerreißend, aber unsere Wut zeigte uns nur noch mehr, dass wir ETWAS TUN mussten. Und dieses ETWAS TUN hieß nicht nur heulen und es zwei Stunden später verdrängen, sondern wir mussten AKTIV WERDEN.  

Die kurze Nacht mit dem verletzten Hund war fordernd, aber sehr rührend. Wir haben etliche Menschen kontaktiert und in den sozialen Medien auf die Story aufmerksam gemacht.

Mit der Hilfe von herzensguten Menschen haben wir uns einen Plan ausgedacht und gemeinsam an diesem gearbeitet. 

Wir waren erst einmal gezwungen Zeytin in ein lokales Tierheim zu bringen, in der Hoffnung, dass wir dort auf Gleichgesinnte treffen, die uns wirklich helfen. Den Blick, als wir Ihn zurücklassen mussten, werden wir beide niemals im Leben vergessen können. Wie ein Stich ins Herz, denn er dachte wahrscheinlich, dass er ein zweites Mal verlassen wurde..

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Um ehrlich zu sein, hatten wir vor Ort anfänglich das Gefühl, dass man uns schnell ruhigstellen und loswerden wollte, aber als die Mitarbeiter dort gemerkt haben wie ernst es uns ist,  haben sie uns mit einer freiwilligen Tierrechtlerin connected, die uns offen und ehrlich beschrieben hat, wie es für Zeytin weitergehen könnte. 

1. Wir lassen Ihn dort und vergessen was passiert ist. Er infiziert sich dort mit Bakterien und stirbt bzw. wird wieder auf die Straße gesetzt, da die Kapazitäten längst ausgeschöpft sind. 

2. Wir nehmen Zeit, Kraft, Geduld und Geld in die Hand und holen Ihn zu uns nach Deutschland. 

Diese ehrlichen Worte rissen uns den Boden unter den Füßen weg, aber wir brauchten diese Antwort, um standhaft zu bleiben. 

Wir beschlossen alles in unserer Macht Stehende zu tun und ab dem Tag war unser Handy nicht einen Tag lang still. Alles drehte sich nur noch um Zeytin. 

In Zusammenarbeit mit der lieben Dame versuchten wir ein vorübergehendes Zuhause in der Umgebung für Zeytin zu finden, aber leider erfolglos. Diese Suche dauerte etwa zwei Wochen und er musste zwangsläufig im Tierheim bleiben..währenddessen begann die Dame mit der tierärztlichen Versorgung und es kam leider noch schlimmer als anfänglich angenommen. 

Zeytin hatte sich mit einer Blutkrankheit infiziert, die durch Zeckenbisse übertragen wird. Diese hat Begleiterscheinungen wie Fieber, Durchfall, Appetitlosigkeit etc., was auch seinen abgemagerten Zustand noch besser erklärt. Er musste und muss immer noch Antibiotika nehmen, wodurch sich das ganze Prozedere leider nach hinten verschieben wird.

Nach umfangreichen Recherchen und Gesprächen stellte sich relativ schnell heraus, dass einige Hürden zu überwinden sind: 

1. Antibiotika und Vitamine um die Ehrlichiose (Blutkrankheit) zu heilen (30 Tage lang)
2. Das gebrochene Bein therapieren
3. Entwurmen und von Flöhen befreien
4. Tollwut Impfung 
5. Bluttest nach Ankara (Hauptstadt der Türkei) schicken und Rückmeldung abwarten (Bearbeitungsdauer ca. 4-6 Wochen)
6. Kastration 
7. Kosten für die Pension 
8. Reise + Imfpass
9. Transportbox für den Flug
10. Flugticket für den Hund
11. Eventuell Flugticket für einen von uns, falls niemand die Flugpatenschaft übernimmt.

Wir haben uns dazu entschieden Zeytin während dieser Zeit in einer kostenpflichtigen Hundepension unterzubringen. Er brauchte einen keimfreien Ort, an dem er zur Ruhe kommen und sich auskurieren konnte. 

Um dort einen Platz zu bekommen, mussten wir drei Monate im Voraus bezahlen. Die Kosten betrugen 4500 türkische Lira.. das sind 700€.

Zeytin ist ein schwarzer Engel auf vier Pfoten und wäre der perfekte Begleiter für's Leben.

Der Weg wird kein leichter, aber mit der Hilfe von richtigen Menschen, haben wir das schlimmste überstanden.  Zeytin wird ärztlich betreut, lebt nicht mehr auf der Straße, kann sich wohlbehütet in einer Hundepension auskurieren und bald hoffentlich ein unbeschwertes Hundeleben genießen. 

Doch wie so oft im Leben, ist es auch hier eine Kostenfrage.

Wollt Ihr ein Teil dieser Reise sein?

Wir können nicht in Worte fassen wie dankbar wir allen sind, die uns unterstützt haben, ein offenes Ohr hatten, Ihre Anteilnahme ausgedrückt haben oder einfach nur mehr wissen wollten. 

PS:  Alles was darüberhinaus zusammenkommt wird an eine vertrauenswürdige Ehrenamtliche gespendet, die täglich hunderte von Straßentieren in der Türkei füttert. Darunter in Randgebieten und Wäldern,  wo die Tiere leider des öfteren ausgesetzt werden. 

Für uns sind es nur ein paar Euros, aber für den Hund ist es ein neues Leben. Bitte helft uns diese traurigen Augen wieder glücklich zu machen und Zeytin ein neues Leben zu schenken. Seid Ihr dabei ? Werden wir es gemeinsam schaffen Zeytin davon zu überzeugen, dass das Leben schön ist? 


Ganz viel Liebe!!!

Dilara und Özlem

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