Ziemlich beste Freunde-Eine Reise gegen den Krebs

Liebe Freunde, 

ich möchte an dieser Stelle einen Menschen unterstützen, dessen Geschichte mich sehr berührt. Es geht in dieser Geschichte um André, dessen Leben und Kindheit von Angst, Gewalt und Demütigung geprägt war, mit der Auswirkung, dass er sich irgendwann  aus Verzweiflung selbst vor den Zug werfen wollte.

Er durchlief drei vollstationäre Aufenthalte in Psychosomatischen Kliniken, hatte zwei lange Aufenthalte in Tageskliniken, war in zwei Wiedereingliederungsmaßnahmen, ca. 8 Jahre in Psychotherapie, etwa 15 Mal im Krankenhaus, durchlebte eine Nahtoderfahrung, befand sich 4 Jahre lang in einer Tagesstätte... Nachdem ihm die therapeutische Behandlung nicht wirklich weiter geholfen hatte und er zig Krisen durchlebte, begab er sich auf seinen Weg der Heilung und therapierte sich selbst. Er kennt nun fast jede Situation, kann sich einfühlen, sieht, was hinter dem Menschen steht und akzeptiert sie als solches, ohne zu verurteilen. Er ist so willensstark, dass er sich für eine Ausbildung zum Coach, um anderen Menschen zu helfen, selbst verschuldete. 

Trotz aller Umstände und seiner eigenen Lebensgeschichte, die er noch nicht ganz verarbeitet hat, aber es in seinem Buch (Textausschnitt weiter unten) versucht, ist es ihm sehr wichtig, einem Freund zu begleiten, dessen Krankheitsbild von Krebs geprägt ist. Ihm wurde Lungenkrebs diagnostiziert, er möchte weder Aufmerksamkeit erregen noch namentlich genannt werden. Das bedeutet, André kann mit Euch wenig darüber teilen oder nachweisen, was er mit ihm derzeit versucht zu unternehmen bzw. er möchte ihm einen letzten Wunsch erfüllen, soweit es ihm möglich ist. 

André beschrieb seinem Freund, dass er sich irgendwann einen Camper mieten würde um dann 14 Tage lang die knapp 2600 km an den Ort seiner Träume, nach Delphi, hin- und zurückfahren würde und überall dort übernachten möchte, wo es ihm gefällt und wo schön ist, am Wasser, am Waldrand, allgemein an relativ naturbelassenen Orten. Und diese Idee hat seinen Freund sehr mitgerissen. Durch die aktuelle Situation ist es leider nicht machbar Andrés Freund und ihm selbst das zu ermöglichen. Also arbeitete er etwas anderes aus, das dann letzten Endes nur in Deutschland stattfinden wird. Selbst wenn es nur im eigenen Bundesland gehen würde, er möchte einfach nur für den letzten Wunsch seines Freundes unterwegs sein und ein kleines Abenteuer erleben. 

Ich bin Euch im Namen von André für jede Spende sehr dankbar, ob es nun mehr oder weniger als 1.500 Euro werden, wird sich zeigen.

Und jetzt möchte ich Euch noch einen Ausschnitt aus Andrés Geschichte aus seinem geplanten Buch "Warum?" vorstellen. Darin verarbeitet er alle traumatischen Erlebnisse seiner Kindheit: 

Mein Stiefvater 1994-2000
Egal, was ich angestellt hatte, wenn es zu Ärger kam, im Sinne von "Blödsinn" (kindisches Verhalten), oder nicht erbrachter Leistung bzw. Versagen schulischer Natur, nahmen die Dinge ihren Lauf. Es war im Grunde immer dasselbe Szenario, als wir zu Abendbrot in der Küche gemeinsam aßen. Die Küche war so aufgebaut, dass wir direkt am Fenster saßen. Ich selbst war auf der Sitzbank, links neben mir das Küchenfenster, hinter uns die Wand und neben mir mein älterer Bruder. Mir gegenüber saßen meine Mutter und mein Stiefvater. Direkt dahinter befand sich das Spülbecken und von rechts aus zog sich die Küchenzeile mit dem Herd und der Dunstabzugshaube bis zum Raumende mit Schränken hin. Spannenderweise prägte ich mir besonders die dunkle Jahreszeit ein und ist heute noch am präsentesten in meinen Gedanken. Das dezente Licht der Dunstabzugshaube rechts vor mir, ließ die gegenübersitzenden Gesichter meiner Mutter und die meines Stiefvaters in einen Schatten hüllen. Sprich, es war in der Küche immer recht dunkel und die Sonne war bereits untergegangen. Im Grunde sind mir fast nur diese stechenden Blicke und die Augen besonders im Gedächtnis geblieben.

Nachdem wir alle fertig waren mit essen, haben meine Eltern eine Zigarette geraucht und mit uns geredet. Ich spürte schon direkt an der Stimmung, wie sich die Angst in mir ausbreitete und ich starr da saß, mir wurde sehr heiß und es breitete sich ein Unwohlsein aus mein Herz fing an zu pochen und raste, das, was ich angestellt hatte, oder worin ich versagt hatte, mir wurde bewusst, es war kein Geheimnis mehr . Nachdem wir darüber redeten, was ich getan hatte, kam väterlicherseits folgender Satz: „Wir gehen gleich in Dein Zimmer." In diesen Momenten war ich schicksalsergeben, diese ausweglosen Situationen ließen mich in eine Art Überlebensmodus verfallen, indem ich es einfach über mich ergehen ließ.

Die Zigaretten wurden im Aschenbecher ausgedrückt und anschließend wurde ich in das Kinderzimmer geschliffen, ich war in eine hilflose und von Angst geprägte Ohnmacht verfallen. Die Tür wurde von innen abgeschlossen und ich musste meine Hose ausziehen. Mein Arm wurde festgehalten und ich wurde mit einem Schuh, einem Gürtel oder was auch immer gerade parat war, geschlagen. Die Gewalteinwirkung schob mich ständig vorwärts und durch das festhalten drehte ich mich im Kreis. Ich kann nicht benennen, wie lange sich das abspielte und auch nicht wirklich, was genau für Worte ausgesprochen wurden, ich habe in dem Moment einfach nur gehofft, dass es bald vorbei ist. Fast alles, was anschließend passierte, fehlt mir, das einzige was auftaucht ist, dass ich weinend und allein gelassen in meinen eigenen Tränen auf dem Boden lag.

Mir wurde mal die Frage gestellt, warum ich nichts gemacht habe, warum ich mich niemanden anvertraut habe. Mir wurde häufig damit gedroht, dass, „wenn ich nicht höre und nicht endlich mein Verhalten mal ändern würde“, ich dann ins Kinderheim kommen würde. Im Grunde erklärt sich die Frage von selbst. Ich fühlte mich absolut hilflos.

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Jörn Martin 
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