Ihr „biograph“ Düsseldorf braucht Hilfe

Nun ist also auch der „biograph“ auf der Liste der bedrohten Arten gelandet. Das ist bitter.

 Seit über 40 Jahren funktioniert der „biograph“ als Klammer für die Düsseldorfer Kreativen, als Magazin der kulturellen Möglichkeiten. Nicht viele Städte haben solch eine Publikation, in der sich eine derartige Vielfalt visualisiert. Ein Heft, das den Puls einer Szene spüren lässt, das lebendige Kultur anfassbar macht. Über die Jahre hat der „biograph“ sich stets auf den Brückenschlag verstanden zwischen etablierten Institutionen und jenen Impulsen, die aus dem Ungeordneten entstehen. Auf seine leise Art und Weise ist der „biograph“ schon ewig eine Visitenkarte für eine lebendige, sich immer wieder neu erfindende Stadt. Für nicht wenige Menschen ist daher der Monat erst vollständig, wenn sie ihren „biograph“ in Händen halten, wenn sie blättern können, stöbern, entdecken. Doch das könnte nun bald vorbei sein.

 

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 Der „biograph“, der einst seinen Namen wählte als Hommage an das erste deutsche Kino, das 1899 in Berlin startete (Biograph-Theater), ist in seiner Existenz gefährdet, denn so langsam ist absehbar, dass ihm bald die Puste ausgehen könnte. Da nützen keine Beileidsbekundungen, keine Solidaritätsadressen, keine Krokodilstränen. Die sind nett, willkommen und sehr erfreulich, aber sie allein nützen nichts, denn es geht ums Geld. Um Geld, das immer knapper wird, weil der „biograph“ sozusagen zwischen allen Stühlen zu verhungern droht.

 Das liegt vor allem an der Tatsache, dass niemand dem „biograph“ verboten hat zu erscheinen. Es gab nie einen Lockdown für das Heft, und daher ist es munter weiter erschienen, Monat für Monat. Es sollte zeigen, dass sich auch in Zeiten des Stillstands noch etwas regt in der rheinischen Welt des Kreativen. Bemerkenswert war dabei die Treue etlicher Anzeigenkunden, die dem „biograph“ zur Seite gestanden sind, die sich, wenn auch in verringertem Umfang, weiter engagiert haben, weil sie an eine Zukunft des Magazins und damit auch an eine Zukunft der kulturellen Vielfalt Düsseldorfs glauben wollten.


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 Wäre dem „biograph“ das Erscheinen verboten worden, hätte er profitieren können von den Hilfen, die Bund, Land und Kommunen zur Verfügung stellen. Aber es hat niemand dem „biograph“ das Erscheinen verboten (wäre ja auch noch schöner). Das aber hat zur Folge, das die Tröge, in denen der „biograph“ bislang sein Futter fand, inzwischen komplett leer sind. Wenn die Kinos, Theater und Museen geschlossen sind, gibt es auch nichts anzukündigen, gibt es nur noch wenige Gründe, Anzeigen im „biograph“ zu schalten. Von Anzeigen aber lebt der „biograph“.

Nur mal zur Erinnerung. Der „biograph“ hat seine Leser noch nie mehr gekostet als die Aufmerksamkeit, die sie ihm widmeten. Finanziert wird das Heft von jenen, die ihn begreifen als ideale Bühne, auf der sich ankündigen lässt, was Aufmerksamkeit benötigt. Wenn aber niemand mehr Aufmerksamkeit benötigt, weil er nicht öffnen darf, dann ist das Geschäftsmodell des „biograph“ nachhaltig gefährdet, denn solch ein Magazin lässt sich nicht mal eben stilllegen und dann nach Belieben wieder hochfahren. Es gibt Menschen, die leben davon, für den „biograph“ zu arbeiten, und sie tun dies mit Leidenschaft. Geht dem „biograph“ die Luft aus, dann müssen sie sich anderweitig orientieren und stehen bei einem eventuellen Neustart nicht mehr zur Verfügung.


Um es kurz zu sagen: Ihr „biograph“ braucht Hilfe, um über die Runden zu kommen, bis der Laden wieder läuft. Unterstützen Sie Ihr Magazin mit einer Überweisung, schalten Sie eine Anzeige, sorgen Sie dafür, dass Sie auch in Zukunft etwas zu lesen, blättern und entdecken haben. Düsseldorf ohne den „biograph“ wäre ärmer. Und Sie auch.

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Jürgen Werner 
Organizer
Düsseldorf
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