Rehkitzrettung mit Drohne und Wärmebildkamera

In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich ca. 500.000 Wildtiere verstümmelt oder getötet, davon sind allein ca. 100.000 Rehkitze bei der Grünlandmahd betroffen. Mit Kadaverteilen verunreinigtes, siliertes Mähgut führt immer häufiger zu tödlichem Botulismus bei damit gefütterten Rindern und Pferden, oftmals mit beträchtlichem materiellen Schaden.

Wegen der steigenden Arbeitsbreiten und –geschwindigkeiten der Landmaschinen kann der im Grundgesetz verankerte Tierschutz ohne technische Hilfsmittel nicht umgesetzt werden. Gerade bei der Grünlandmahd sind der Zeitdruck und die Bearbeitungsintensität so hoch, dass die traditionell gewählten Verfahren (Begehung der Wiesen) nur kleine Erfolge zeigen. Jungen Rehkitzen fehlt in den ersten vier Lebenswochen jeglicher Fluchtinstinkt, sie „drücken“ sich zusammengekauert an den Wiesenboden. Selbst bei einer Entfernung von unter 2 Metern sind diese dann nicht mehr eindeutig erkennbar.

 
Mein Name ist Marc Gerseker und lebe in Lienen am Teutoburger Wald. In meiner mehrjährigen, nebenberuflichen Tätigkeit als Kameramann fertige ich Bilder und Videos aus der Luft an. Hierzu bediene ich mich unbemannten Luftfahrtsystemen, kurz UAS oder auch Drohnen genannt. Diese sind mit Kameras ausgestattet, die vom Boden aus ferngesteuert werden können.

In der Vergangenheit wurde ich immer wieder seitens der Jägerschaft oder auch aus den Reihen der Landwirte auf das Thema Rehkitzsuche per Drohne mit Wärmebildkamera angesprochen. In 2018 habe ich Informationen zu diesem Thema zusammengetragen. Mit den Kollegen Sven und Carsten von der Rehkitzrettung Osnabrücker Land   bin ich im vergangenen Jahr mehrfach morgens um 4 Uhr an abzusuchenden Wiesen dabei gewesen, um die Rehkitzrettung per Drohne zu erlernen. Das System, nachdem die Beiden ehrenamtlich die Wiesen vor der Mahd absuchen, funktioniert. Es konnten so in den vergangenen zwei Jahren fast 60 Kitze aufgespürt und vor dem Mähtod gerettet werden.

Unglücklicherweise wollen aber fast alle Landwirte bei den passenden Wetterbedingungen zur gleichen Zeit ihre Wiesen mähen. Aus diesem Grund ist es erforderlich, weitere potentielle Rehkitzretter von dieser ehrenamtlichen Tätigkeit in den frühen Morgenstunden zu überzeugen. Im gleichen Atemzug müssen aber auch Mitmenschen gefunden werden, welche sich an der Finanzierung der Drohnensysteme und Wärmebildkameras beteiligen. Da es sich bei der Rehkitzrettung um eine unbezahlte, ehrenamtliche Tätigkeit neben dem eigentlichen Beruf und der Familie handelt, kann der Kauf und der Unterhalt der Ausrüstung nicht nur von einer Person getragen werden.

Für eine erweiterbare Drohne mit Wärmebildkamera, Flugakkus, Ladegerät, Versicherung, Funkgeräten und Kleinteilen muss von einem Anschaffungspreis von ca. 4.500 Euro ausgegangen werden. Da im Bereich Rund um Lienen die Wiesen oftmals von Baumreihen unterbrochen werden, musste eine Erweiterbarkeit der Drohne um eine hochauflösende Wärmebildkamera mit entsprechender, sicherer Flughöhe möglich sein.

Eine Drohne mit Wärmebildkamera wurde noch im letzten Jahr beschafft, damit schon der Einsatz trainiert werden konnte. Hierzu wurde mit temperierten Wasserbehältern als „Dummy“-Kitz gearbeitet..

Somit war ab April 2019 vor der ersten Mahd der Einsatz des Systems gewährleistet.

Dieses Projekt ist auf jede Spende angewiesen. Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Wer via Paypal schnell und einfach spenden möchte, kann dies gerne unter diesem Link tun:
paypal.me/rehkitze 
(Diese Beträge werden als offline-Spenden nachgetragen)

Hinweis: Da wir kein eingetragener Verein sind, können wir keine Spendenbescheinigungen ausstellen.

Die Bilder wurden freundlicherweise von der Rehkitzrettung Osnabrücker Land (c)Mark Honerkamp zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Sven und Carsten.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.kitzrettung.eu 

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Die-Rehkitzretter,hallonds44652.html
(Bericht zur Rehkitzrettung)

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